Organspende-Register: Online anmelden und mit der AusweisApp identifizieren – die neue Art der Entscheidungsfindung

In Deutschland sorgt das umstrittene Organspende-Register (OGR) für Gesprächsstoff. Bürger haben nun die Möglichkeit, ihre Entscheidung zur Organspende auch online festzuhalten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Verwaltung des Registers übernommen. Aber Moment mal, bevor man wild drauflosklickt, muss man sich erst einmal identifizieren. Keine Sorge, nicht mit Selfies oder Fingerabdrücken – hier kommen die technischen Spielereien ins Spiel.

Um sich zu identifizieren, stehen den Bürgern zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Entweder man verwendet die AusweisApp in Verbindung mit der elektronischen Identitätsfunktion des Personalausweises oder des elektronischen Aufenthaltstitels. Oder aber man gibt seine E-Mail-Adresse an. Ja, richtig gehört, eine gute alte E-Mail-Adresse kann auch Wunder bewirken.

Sobald man dann als Organspender seine Informationen im Register hinterlegt hat, erhält man vom BfArM eine eindeutige Erklärungs-ID. Klingt fast wie eine Mitgliedschaftskarte für einen geheimen Club, oder? Jedenfalls sollte man diese ID sicher aufbewahren, denn im Falle eines Verlustes kann sie nicht wiederhergestellt werden. Und hier kommt der Sicherheitsaspekt ins Spiel: Das Register kann nicht ohne die AusweisApp und die dazugehörige PIN aufgerufen werden. Die Zeiten des wilden Datenklauens sind vorbei!

Trotzdem sorgt die Einführung des Organspende-Registers für hitzige Diskussionen. Die Kritiker bemängeln vor allem den Zwang zur elektronischen Identifizierung und die mögliche Missbrauchsgefahr von persönlichen Daten. Verständlich, denn schließlich möchte niemand seine Organspende-Entscheidung auf Social Media teilen. Da würde man ja noch lieber seine Geburtsurkunde veröffentlichen!

Aber es gibt auch Befürworter, die im Organspende-Register einen wichtigen Schritt sehen, um die Organspendebereitschaft in Deutschland zu erhöhen. Denn durch die Möglichkeit, seine Entscheidung online festzuhalten, sollen mehr Menschen motiviert werden, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und eine bewusste Entscheidung zu treffen. Schließlich sollte Organspende keine Entscheidung sein, die man im Supermarkt an der Kasse trifft, während man auf sein Wechselgeld wartet.

Wie sich das Organspende-Register letztendlich entwickeln wird und ob es tatsächlich zu einer erhöhten Organspendebereitschaft führt, bleibt abzuwarten. Eins ist jedoch sicher: Die Debatte um dieses Thema wird weiterhin kontrovers geführt werden. Also bleibt gespannt und haltet eure AusweisApp griffbereit, falls ihr mal einen Spontanimpuls habt, eure Organspende-Entscheidung online festzuhalten.

Schlagwörter: OGR + BfArM + AusweisApp

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  • 18. März 2024