Die Federal Communications Commission (FCC) hat mit einer knappen Mehrheit von 3:2 beschlossen, die Regeln zur Netzneutralität wieder einzuführen und somit die Aufhebung während der Trump-Regierung umzukehren. Ein großer Schritt für die Netzneutralität und ein noch größerer Schritt für die FCC.
Aber Moment mal, was genau ist Netzneutralität überhaupt? Netzneutralität bedeutet, dass alle Daten im Internet gleich behandelt werden. Das heißt, Internetdienstanbieter (ISPs) dürfen keine bestimmten Inhalte bevorzugen oder benachteiligen. Keine Blockierung oder Reduzierung der Verbindungsgeschwindigkeiten und keine bezahlte Priorisierung für bestimmte Datenströme. Klingt fair, oder?
Um dies zu erreichen, hat die FCC die Internetdienstanbieter gemäß Titel II des Kommunikationsgesetzes neu eingestuft. Dadurch hat die Behörde mehr Regulierungsbefugnisse über sie erhalten. Die demokratische Vorsitzende der FCC, Jessica Rosenworcel, betonte vor der Abstimmung, dass der Zugang zum Internet mittlerweile von einem Luxus zu einer Notwendigkeit geworden sei. Und da Breitband jetzt als unverzichtbarer Dienst angesehen wird, sei eine grundlegende Überwachung erforderlich, um sicherzustellen, dass wir in allen Bereichen des modernen Lebens weiterhin auf wesentliche Dienste zugreifen können.
Die Internetdienstanbieter beteuern zwar, dass sie die Prinzipien der Netzneutralität nicht verletzen, sind aber größtenteils gegen die Neuklassifizierung. Sie befürchten, dass die FCC dadurch die Befugnis erhalten könnte, ihre Preise zu regulieren. Die FCC hat jedoch vorerst entschieden, auf eine Preisregulierung zu verzichten. Ob das in Zukunft so bleiben wird, bleibt abzuwarten.
Im Jahr 2015 führte die FCC bereits Regeln zur Netzneutralität ein, die aber 2017 unter der Trump-Regierung aufgehoben wurden. Seitdem haben einige Bundesstaaten eigene Gesetze zur Netzneutralität erlassen. Die Befürworter argumentieren, dass diese dazu beigetragen haben, die Internetdienstanbieter in Schach zu halten. Die Industrie hingegen ist der Meinung, dass staatliche Vorschriften überflüssig sind und Investitionen in Innovationen behindern könnten.
Die aktuelle FCC-Anordnung ähnelt in weiten Teilen der von 2015, wurde aber leicht überarbeitet. Rosenworcel betont, dass die neuen Regeln eine strengere Überwachung von Internetausfällen ermöglichen und ein wichtiges Schlupfloch in der Befugnis der FCC schließen würden. Dadurch könnten Telekommunikationsunternehmen, die nationale Sicherheitsrisiken darstellen, daran gehindert werden, neben anderen Kommunikationsdiensten auch Internetdienste anzubieten.
Die öffentliche Sitzung der FCC war von kontroversen Diskussionen geprägt. Der republikanische Kommissar Brendan Carr, der gegen die Übernahme der Netzneutralität durch Neuklassifizierung nach Titel II ist, sieht darin ein größeres Problem. Er argumentiert, dass dies ein Beispiel dafür sei, wie die Zurückhaltung der Gerichte gegenüber der Autorität der Bundesbehörden die Exekutive dazu ermutigt habe, Druckkampagnen zu führen, um die Behörden zur Durchführung ihrer Anweisungen zu bewegen. Carr ist außerdem der Meinung, dass die Preisregulierungsaufgabe der FCC nicht legitim ist und zieht einen Vergleich zur Befugnis des Bildungsministeriums, Studentenschulden abzuschaffen, die für ungültig erklärt wurde.
Die FCC geht nicht davon aus, dass sie die umfassende Befugnis hat, Titel II in ein komplett neues Gesetzgebungssystem umzuwandeln, indem sie eigenständig entscheidet, welche Teile davon angewendet werden sollen. Stattdessen versucht die FCC verschiedene Ansätze auszuprobieren, um zu sehen, welche davon erfolgreich sind und sich bewähren. Der demokratische Kommissar Geoffrey Starks unterstützt die neuen Regeln und ist zuversichtlich, dass die Gerichte sie bestätigen werden. Er betont jedoch, dass er gegen die Regulierung der Preise von ISPs ist. Starks drängt außerdem auf einen stabilen Finanzierungsmechanismus für das Affordable Connectivity Program, welches Internetzuschüsse für einkommensschwache Verbraucher bereitstellt.
Die Entscheidung der FCC wurde von den demokratischen Mitgliedern Rosenworcel, Starks und Anna Gomez unterstützt, während die republikanischen Mitglieder Carr und Nathan Simington dagegen stimmten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Wiederherstellung der Netzneutralität in der Praxis auswirken wird und ob sie tatsächlich dazu beiträgt, ein offenes und freies Internet für alle zu gewährleisten.
Schlagwörter: FCC + Geoffrey Starks + Jessica Rosenworcel
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