QEMU, die freie Virtualisierungssoftware, hat kürzlich die Version 9.0.0 veröffentlicht. Diese neue Version beinhaltet mehr als 2700 Änderungen, die von 220 Entwicklern vorgenommen wurden. Besonders auffällig sind die umfangreichen Änderungen und Neuerungen für ARM- und RISC-V-Architekturen, aber auch für HPPA und LoongArch.
Im Bereich der ARM-Emulation wurden einige ältere Hardwarekomponenten entfernt, darunter virtuelle Boards, die die PXA2xx- und OMAP2-SoCs repräsentieren. Diese werden in zukünftigen Versionen von QEMU nicht mehr vorhanden sein, da es niemanden mehr gibt, der bereit ist, den veralteten Code zu warten. Die Liste der entfernten Boards umfasst akita, borzoi, cheetah, connex, mainstone, n800, n810, spitz, terrier, tosa, verdex und z2.
Auf der anderen Seite wurden der ARM-Emulation einige neue Funktionen der Architektur hinzugefügt, wie zum Beispiel FEAT_ECV (Enhanced Counter Virtualization), FEAT_NV (Nested Virtualization) und FEAT_NV2 (Enhanced Nested Virtualization Support).
Benutzer von QEMU 9.0.0 haben nun die Möglichkeit, zwischen drei neuen ARM-Boards zu wählen. Das B-L475E-IOT01A (ein STM32L4 Discovery Kit für IoT-Nodes) wird vorerst nur minimal unterstützt. Das mps3-an536 ist ein Cortex-R52 Board mit AN536 Firmware für MPS3 Development-Boards. Und schließlich gibt es raspi4b, was zweifellos als Definition für einen Raspberry Pi 4B erkannt werden kann. Bisher unterstützte QEMU die beliebten Einplatinencomputer bis zum Raspberry Pi 3B (raspi0 bis raspi3b) durch Emulation. Mit der virtuellen Hardware des Raspberry Pi 4B können nun neue Softwareexperimente durchgeführt werden.
Mit der Veröffentlichung von QEMU 9.0.0 wurden auch virtuelle SPI (Serial Peripheral Interface) und IC (Inter Integrated Circuit) Controller für alle Raspberry-Pi-Varianten hinzugefügt. Das ist äußerst praktisch, insbesondere wenn auch virtuelle Sensoren emuliert werden sollen. Leider ist bisher keine Emulation für die PCI(e)-Schnittstelle verfügbar. Und noch schmerzhafter ist das Fehlen einer Ethernet-Komponente. Die Entwickler haben jedoch angekündigt, dies in QEMU 10 bereitzustellen.
Mit der Version 9.0.0 bietet QEMU viele spannende Neuerungen und Verbesserungen für die ARM-Emulation, insbesondere für den Raspberry Pi 4B. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die Entwickler die fehlenden Funktionen nachliefern können, aber insgesamt ist QEMU weiterhin eine leistungsstarke und vielseitige Virtualisierungslösung.
Schlagwörter: FEAT + QEMU + Raspberry Pi 4B
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