Studie: TikTok-Beziehungstests können Nutzer und Beziehungen schaden

Die Forscherinnen der Flinders University haben Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit von Beziehungstests auf der beliebten Social-Media-Plattform TikTok geäußert. Sie warnen vor möglichen negativen Auswirkungen auf die Nutzer und betonen, dass diese Tests keine verlässlichen Informationen über Beziehungen liefern.

In den letzten Jahren haben Beziehungstests auf TikTok stark zugenommen. Diese Tests sollen die Loyalität des Partners oder die Stärke der Beziehung eines Paares überprüfen. Die Intensität dieser Tests variiert stark. Es reicht von einfachen Behauptungen, wie zum Beispiel einen coolen Vogel gesehen zu haben, bis hin zu Aufforderungen, mit dem Partner zu flirten, um herauszufinden, ob er untreu ist.

Ein Beispiel für einen solchen Test ist der Orangentest. Dabei teilt man seinem Partner mit, dass man Lust auf eine Orange hat. Manche Partner nehmen diese Bemerkung einfach zur Kenntnis, während andere tatsächlich eine Orange besorgen. Diejenigen, die die Orange für ihren Partner schälen und in Stücke teilen, gelten als „Gewinner“.

Ein weiterer beliebter Test auf TikTok besteht darin, männliche Nutzer zu bitten, einen weiblichen Namen zu nennen. Wenn sie auf die Frage mit einem Namen antworten, der nicht der Testerin gehört, reagiert diese gespielt schockiert, überrascht oder wütend.

Die Forscherinnen der Flinders University betonen jedoch, dass diese TikTok-Beziehungstests nicht den Empfehlungen der Beziehungswissenschaft entsprechen. Es gibt keinen diagnostischen Test, der präzise Informationen über die Gültigkeit oder Dauerhaftigkeit einer Beziehung liefern kann. Eine solche psychologische Bewertung ist komplex und erfordert unterschiedliche Arten von Evaluierungen sowie das Feedback mehrerer anderer Personen.

Selbst wenn Persönlichkeitstests gut gestaltet sind, besteht die Möglichkeit, dass sie auf individueller Ebene zweifelhafte, nutzlose oder irreführende Informationen liefern können. Die Forscherinnen betonen daher, dass Beziehungen davon profitieren, wenn sich alle Beteiligten die Zeit nehmen, einander zu verstehen und nicht vorschnell zu diagnostizieren und zu etikettieren.

Es wird gewarnt, dass die TikTok-Beziehungstests sogar eine Beziehung gefährden könnten. Wenn man seinen Partner dazu bringt, bei einem TikTok-Test zu versagen, besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Beziehung beeinträchtigt wird. Es ist daher ratsam, solche Tests kritisch zu betrachten und nicht als Maßstab für die Qualität einer Beziehung zu verwenden.

Die Forscherinnen der Flinders University plädieren dafür, dass Beziehungen auf Vertrauen, Kommunikation und gegenseitigem Verständnis basieren sollten. Statt sich auf TikTok-Beziehungstests zu verlassen, sollten Paare Zeit und Mühe investieren, um einander wirklich kennenzulernen und gemeinsam zu wachsen. Nur so könne eine Beziehung langfristig erfolgreich sein und die Partner glücklich machen.

Schlagwörter: TikTok + Lydia Woodyatt + Edith Hill

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  • 28. April 2024