Die Sanktionen gegen das chinesische Unternehmen Huawei halten weiter an. Nun haben zwei große US-amerikanische Firmen, nämlich Intel und Qualcomm, ihre zuvor gewährten Sonderrechte verloren, um Produkte an Huawei liefern zu dürfen. Das bedeutet, dass sie ab sofort keine spezielle Genehmigung mehr haben, um Geschäfte mit dem chinesischen Technologiegiganten zu tätigen.
Die Nachricht schickte einen Schock durch die Börsen und führte zu einem weiteren Rückgang des Aktienkurses von Intel. Schließlich sind chinesische Kunden für das Unternehmen von großer Bedeutung. In seinem Geschäftsbericht des letzten Jahres gab Intel an, dass satte 27 Prozent seines Gesamtumsatzes in China erwirtschaftet wurden. Da ist es kein Wunder, dass die Investoren besorgt sind.
Bisher gibt es noch keine offiziellen Informationen von den zuständigen Stellen des US Department of Commerce, aber laut anonymen Quellen wurden die Sonderrechte entzogen. Intel selbst hat sich bisher auch noch nicht öffentlich zu diesem Thema geäußert.
Interessanterweise hatte Intel unter der vorherigen Regierung unter Trump noch die Genehmigung erhalten, Huawei zu beliefern. Doch unter der neuen Regierung unter Präsident Biden wurde dies offensichtlich nicht fortgeführt. AMD versuchte ebenfalls eine ähnliche Ausfuhrgenehmigung zu bekommen, wurde aber abgelehnt.
Bereits im März wurde bekannt, dass die Liefergenehmigung für Intel in diesem Jahr ausläuft und wahrscheinlich nicht verlängert wird. Trotzdem hat diese Nachricht die Anleger offensichtlich überrascht.
Intel-CEO Pat Gelsinger hatte vor einigen Monaten noch betont, dass er möchte, dass sein Unternehmen weiterhin Exporte nach China tätigen darf. Bisher ist das auch der Fall, da beispielsweise Lenovo, der Marktführer im PC-Bereich, ein chinesisches Unternehmen ist. Allerdings gibt es einige Beschränkungen für US-Firmen wie Nvidia, AMD und Intel, wenn es um den Verkauf von KI-Chips an chinesische Unternehmen geht. Es gibt eine Begrenzung für die maximale Rechenleistung.
Glücklicherweise ist Qualcomm weniger stark betroffen, da US-Firmen ohnehin keine Smartphone-Prozessoren mehr an Huawei liefern dürfen. Da es anscheinend nur um 5G-Modemchips geht, hat Qualcomm also nicht so viel zu verlieren.
Die deutsche Wirtschaft beobachtet diese Exportbeschränkungen gegen China mit Argusaugen, da einige große Automobilunternehmen stark vom chinesischen Markt abhängig sind. Laut einer Simulationsrechnung des Instituts für Weltwirtschaft IfW Kiel würde die deutsche Wirtschaft insgesamt um etwa 5 Prozent schrumpfen, wenn es zu einem plötzlichen Handelsstopp mit China käme. Das wäre vergleichbar mit den Rückgängen, die wir aufgrund von Corona und der Finanzkrise erlebt haben.
Natürlich wäre es viel besser, wenn die Handelsbeziehungen schrittweise und vorsichtig reduziert würden, um die anfänglich hohen Kosten zu vermeiden. Denn im Laufe der Zeit würden sich die Verluste auf etwa 1,5 Prozent pro Jahr verringern. Das würde der deutschen Wirtschaft sicherlich zugutekommen.
Alles in allem bleibt abzuwarten, wie sich die Situation zwischen den USA und China weiter entwickeln wird. Es scheint, als ob der Handelsstreit noch lange nicht vorbei ist und dass wir uns auf weitere Überraschungen einstellen können. In der Zwischenzeit werden Unternehmen wie Intel und Qualcomm wohl ihre Strategien überdenken müssen, um mit den Auswirkungen der Sanktionen umzugehen.
Schlagwörter: Intel + China + Huawei
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