Studie: Weniger als 1% der Nutzer verbreiten Großteil der Desinformation – Maßnahmen könnten Verbreitung eindämmen.

Desinformation ist ein weit verbreitetes Problem in den sozialen Medien und hat besonders in den letzten Jahren stark zugenommen. Eine aktuelle Studie des Wissenschaftsmagazins Science hat herausgefunden, dass weniger als ein Prozent der Nutzer des Kurznachrichtendiensts X (ehemals Twitter) in den USA den Großteil der Desinformation verbreiten. Besonders interessant ist dabei, dass es vor allem ältere weiße Frauen aus drei konservativen Bundesstaaten sind, die die Republikaner wählen, welche überproportional an dieser Tätigkeit beteiligt sind. Diese Erkenntnis wirft ein neues Licht auf die Diskussion um Desinformation und die Frage, wer dafür verantwortlich ist.

Die Forschungsgruppe hat herausgefunden, dass rund 2100 „Supersharer“ für die Verbreitung der Desinformation verantwortlich sind. Diese Nutzer sind besonders aktiv und tätigen viele Retweets. Interessanterweise wurden diese Retweets anscheinend manuell durchgeführt, was bedeutet, dass die Supersharer buchstäblich Zeit vor ihren Computern verbringen und den Retweet-Button betätigen.

Um das Problem der Desinformation einzudämmen, schlägt die Studie einige Maßnahmen vor. Eine Möglichkeit wäre es, ein Limit für die Anzahl der Retweets pro Tag festzulegen. Wenn beispielsweise ein Limit von 50 Retweets pro Tag eingeführt würde, wären 90 Prozent der Supersharer betroffen, während es nur ein Prozent aller Nutzer betrifft. Diese Maßnahme könnte dazu beitragen, die Verbreitung von Desinformation einzudämmen, ohne die Meinungsfreiheit einzuschränken.

Eine weitere mögliche Maßnahme wäre es, eine zusätzliche Überprüfung einzuführen, die vor einem Retweet durchgeführt wird. Dadurch könnte verhindert werden, dass Desinformation weiterverbreitet wird, indem beispielsweise die Glaubwürdigkeit einer Nachricht oder die Quelle überprüft wird.

Die vollständige Studie wurde in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht und liefert wichtige Erkenntnisse über die Verbreitung von Desinformation in den sozialen Medien. Die Ergebnisse zeigen, dass das Problem effektiv angegangen werden kann, wenn geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Es bleibt nun abzuwarten, welche Schritte der Kurznachrichtendienst X und andere Plattformen ergreifen, um die Verbreitung von Desinformation einzudämmen und die Glaubwürdigkeit der Informationen zu verbessern.

Schlagwörter: USA + X + Retweet

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  • 31. Mai 2024