Spotify plant teurere Hi-Fi-Option und löst Kritik aus

Spotify, der beliebte Musik-Streaming-Dienst, plant laut einem Bericht von Bloomberg die Einführung einer neuen und kostspieligeren Abonnementstufe. Diese Nachricht sorgt für Aufregung, da Musikverlage heftige Kritik an den Hörbuch-Ambitionen des Unternehmens üben.

Das neue Hi-Fi-Abonnement von Spotify soll noch in diesem Jahr zumindest in den USA eingeführt werden. Dabei handelt es sich nicht um ein eigenständiges Abonnement, sondern um eine zusätzliche Option, die zu den bestehenden Abonnements hinzugebucht werden kann. Man kann also beispielsweise die Optionen Basis, Student oder Family wählen und das Hi-Fi-Upgrade zusätzlich dazu buchen. Der Aufpreis für die Hi-Fi-Option soll ungefähr 40 Prozent des regulären Abonnementpreises betragen.

Das Hauptargument für die Einführung der neuen Option soll das verlustfreie Streaming sein. Spotify hat bereits seit einigen Jahren Berichte über eine solche Hi-Fi-Option angekündigt. Mit dem Upgrade erhalten Abonnenten auch Zugang zu verbesserten Playlists, die sich automatisch an die Vorlieben der Nutzer anpassen sollen. Spotify testet derzeit eine Künstliche Intelligenz, die anhand von Texteingaben automatisch Wiedergabelisten erstellen kann.

Während Spotify also seine Hi-Fi-Option plant, hat der US-amerikanische Musikverband NMPA heftige Kritik an Spotifys Hörbuch-Initiative geäußert. In einer Beschwerde bei der US-Handelsbehörde FTC bezeichnet der Verband diese als betrügerisch und als Versuch, auf Kosten von Nutzern und Musikern Gewinne zu steigern. Der Verband bemängelt, dass Spotify seine Preiserhöhungen im Zusammenhang mit Hörbüchern ohne Alternativen umgesetzt hat.

Bereits im letzten Jahr hatte Spotify seine Preise erhöht und dies mit der steigenden Anzahl von Hörbüchern im Dienst begründet. In den USA können Abonnenten mit ihrem regulären Abonnement monatlich 15 Stunden Hörbücher ohne zusätzliche Kosten genießen. Die Musikverlage bemängeln, dass den Nutzern keine Möglichkeit gegeben wurde, dagegen zu entscheiden. Die NMPA ist besonders verärgert darüber, dass die Auszahlungen an Musiker dadurch reduziert werden. Laut Engadget rechnet der Verband im ersten Jahr mit einem Rückgang von 150 Millionen US-Dollar an Einnahmen für Künstler.

In Deutschland hat Spotify Hörbücher bisher noch nicht offiziell in sein Abonnement aufgenommen. Diese Entwicklung bleibt abzuwarten und wird sicherlich auch hierzulande für Diskussionen sorgen.

Schlagwörter: Spotify + Bloomberg + NMPA

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  • 13. Juni 2024