Papst Franziskus warnt vor Killer-Robotern und fordert ethische Ausrichtung von Künstlicher Intelligenz
Papst Franziskus hat während des G7-Gipfels in Borgo Egnazia im süditalienischen Apulien eine Grundsatzrede über Künstliche Intelligenz (KI) gehalten, die mit Spannung erwartet wurde. In dieser betonte er die Gefahren von Killer-Robotern, autonomen Drohnen und ähnlichen Waffensystemen. Es sei niemals akzeptabel, dass Maschinen die Entscheidung treffen, einem Menschen das Leben zu nehmen, so der Papst. Er legte großen Wert darauf, der menschlichen Kontrolle über den Auswahlprozess von KI-Programmen einen erheblichen Raum zu geben und diese zu schützen. Es stehe die menschliche Würde auf dem Spiel, wenn Maschinen über Leben und Tod entscheiden. Daher appellierte er an die Staats- und Regierungschefs der führenden Industriestaaten, über die Entwicklung und den Einsatz von tödlichen autonomen Waffen nachzudenken und den Einsatz solcher Technologien zu verbieten.
Franziskus betonte, dass KI eine tatsächliche kognitive und industrielle Revolution darstellt und ein neues Gesellschaftssystem schaffen wird. Sie könnte den Zugang zu Wissen demokratisieren, wissenschaftliche Forschung vorantreiben und mühsame Arbeit erleichtern. Dennoch lag der Schwerpunkt seiner Rede hauptsächlich auf den Risiken von KI. Er warnte vor einer größeren Ungleichheit zwischen fortgeschrittenen und aufstrebenden Nationen sowie zwischen herrschenden und unterdrückten sozialen Schichten. Es bestehe die Gefahr, dass die Kultur der Begegnung von einer Kultur des Wegwerfens verdrängt werde.
Der Papst erklärte, dass Maschinen algorithmische Entscheidungen basierend auf klar definierten Kriterien oder statistischen Schlussfolgerungen treffen können. Im Gegensatz dazu sei der Mensch in der Lage, eine Entscheidung aus tiefstem Herzen zu treffen. Er warnte davor, dass KI-Systeme Vorurteile oder Stereotypen aus den Trainingsdaten übernehmen könnten und forderte eine angemessene Reflexion über die Auswirkungen von KI.
Franziskus äußerte sich kritisch zu Wissenssystemen und Bots wie ChatGPT von OpenAI oder Gemini von Google. Er betonte, dass generative KI nicht wirklich kreativ sei, sondern vorhandene Inhalte lediglich neu anordne. Dabei würden Fehler und Vorurteile nicht berücksichtigt, was Fake News legitimiere und den Bildungsprozess untergrabe.
Der Papst forderte ein Ethos, das den Wert und die Würde der menschlichen Person berücksichtigt, um KI zu einem Instrument für den Aufbau des Guten und einer besseren Zukunft zu machen. Bereits im Jahr 2020 haben der Vatikan, Technologieunternehmen und die italienische Regierung einen Aufruf zur ethischen Ausrichtung von Algorithmen unterzeichnet. Es sei wichtig, dass KI nicht das technokratische Paradigma unterstütze, sondern die Vielfalt der menschlichen Erfahrungen berücksichtige.
Schlagwörter: KI + Egnazia + ChatGPT
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