Der Bundesrechnungshof hat in einem aktuellen Prüfungsbericht die Förderung von Computerspielen durch die Bundesregierung scharf kritisiert. Die Prüfer bemängeln insbesondere, dass Entwicklerstudios nicht verpflichtet sind, die erhaltenen Fördermittel bei wirtschaftlichem Erfolg zurückzuzahlen. Zudem sind sie der Meinung, dass die Zuständigkeit für die Spieleförderung nicht beim Bund, sondern bei den Ländern liegen sollte. Das derzeitige Bundesministerium für Wirtschaft und Verkehr, das für die Förderung verantwortlich ist, muss laut dem Bericht des Bundesrechnungshofs noch klarstellen, warum der Bund für die Förderung zuständig sein sollte. Wenn keine Zuständigkeit vorliegt, sollte die Förderung seitens des Bundes eingestellt werden.
Auch die konkrete Umsetzung der Games-Förderung bereitet dem Bundesrechnungshof Sorgen. Es bleibt unklar, warum die Fördermittel nach der Veröffentlichung eines Spiels nicht zurückgezahlt werden müssen. Bei 10 der insgesamt 18 untersuchten Projekte war die Einschätzung der Antragsteller, dass die Einnahmen des Spiels die Projektkosten spätestens nach drei Jahren übersteigen sollen. Der Bundesrechnungshof empfiehlt daher, dass die Fördermittel bei wirtschaftlichem Erfolg zurückgezahlt werden sollten.
Der Branchenverband game, der sich regelmäßig für eine Stärkung der Spieleförderung einsetzt, äußert Kritik an dem Bericht des Bundesrechnungshofs. Dieser vernachlässige wichtige Faktoren und missverstehe das Ziel der Games-Förderung, so der Geschäftsführer von game, Felix Falk. Deutschland habe aufgrund einer einseitigen Fokussierung auf befürchtete Gefahren in den 1990er und frühen 2000er Jahren die Potenziale von Computerspielen nahezu vollständig verpasst. Dies habe zu Nachteilen im internationalen Wettbewerb geführt, die bis heute spürbar seien. Nur mit einer international konkurrenzfähigen Förderung könne man diesen Rückstand aufholen.
Laut dem Branchenmagazin Gameswirtschaft wurden über 500 Projekte durch die Games-Förderung unterstützt, wobei der Bund jährlich mindestens 50 Millionen Euro dafür bereitstellt. Seit mehr als einem Jahr ruht die Förderung jedoch, da die finanziellen Mittel für die kommenden Jahre bereits aufgebraucht sind und im Bundeshaushalt 2024 keine weiteren Mittel vorgesehen sind. Unabhängig von der Games-Förderung hat der Bundeshaushalt die Bewilligung von 100 Millionen Euro zur Unterstützung der deutschen Spieleindustrie beschlossen. Diese Mittel sollen über einen Zeitraum von drei Jahren verteilt werden.
Schlagwörter: Deutschland + Games + game-Geschäftsführer Felix Falk
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