KI-Software erkennt Trunkenheit am Steuer durch Gesichtsauswertung

Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) schreitet unaufhaltsam voran und findet immer neue Anwendungsbereiche. Eine neu entwickelte KI-Software kann nun sogar erkennen, ob eine Person so betrunken ist, dass sie nicht mehr in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher zu führen. Die Entwickler Syed Zulqarnain Gilani und Ensiyeh Keshtkaran haben diese innovative Technologie geschaffen, die auf der Auswertung von Gesichtsbildern basiert.

Die Grundlage für die KI-Software bilden kurze Videos, die von bereits in einigen Autos vorhandenen Kameras aufgenommen werden. Diese Kameras dienen normalerweise dazu, den Fahrer vor Müdigkeit zu warnen. Die Videos zeigen das Gesicht des Fahrers und werden von der Software analysiert, um festzustellen, ob der Fahrer unter Alkoholeinfluss steht.

Um die Software zu trainieren, sammelten die Forscher zahlreiche Videos von Gesichtern, auf denen Menschen nüchtern, leicht angetrunken oder stark alkoholisiert waren. Die Personen befanden sich dabei sicher in einem Fahrsimulator, ohne sich selbst oder andere zu gefährden. Den Videos wurden die entsprechenden Promillewerte zugeordnet, um eine Verbindung zwischen Gesichtsbildern und Alkoholisierungsgrad herzustellen.

Bei der Entwicklung der Software wurden verschiedene Merkmale wie Gesichtszüge, Blickrichtung und Kopfhaltung berücksichtigt. Laut Ensiyeh Keshtkaran erkennt das System verschiedene Grade der Alkoholbeeinträchtigung mit einer Trefferquote von 75 Prozent. Diese Methode könnte nicht nur in Fahrerüberwachungssystemen und Eye-Tracking-Technologien zum Einsatz kommen, sondern auch auf Smartphones installiert werden. Fahrer könnten dann einen Selbsttest durchführen, um festzustellen, ob sie innerhalb der zulässigen Promillegrenze liegen.

Die Technologie könnte dazu beitragen, dass Fahrer, die unter Alkoholeinfluss stehen, daran gehindert werden, am Straßenverkehr teilzunehmen. Sie erkennt den Grad der Beeinträchtigung bereits zu Beginn einer Fahrt. Im Gegensatz zu Methoden, die auf beobachtbarem Fahrverhalten basieren und einen längeren aktiven Fahrbetrieb benötigen, um eine Beeinträchtigung festzustellen, hebt sich diese Methode laut Keshtkaran deutlich ab.

Der nächste Schritt für die Entwickler besteht darin, die Mindestauflösung der Videos für die Erkennung der Trunkenheit zu bestimmen. Wenn sich herausstellt, dass Videos mit geringer Auflösung ausreichend sind, könnte diese Technologie in Überwachungskameras entlang der Straße eingesetzt werden, um betrunkene Fahrer aus der Ferne zu erkennen.

In Australien werden etwa 30 Prozent der tödlichen Unfälle durch Alkohol am Steuer verursacht. Die neue KI-Software könnte einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung dieser Unfälle leisten. Sie könnte dazu beitragen, dass betrunkene Fahrer frühzeitig erkannt und aus dem Verkehr gezogen werden, um Unfälle und potenzielle Todesfälle zu verhindern. Die Technologie zeigt erneut das enorme Potenzial von Künstlicher Intelligenz und wie sie uns dabei helfen kann, sicherer unterwegs zu sein.

Schlagwörter: Ensiyeh Keshtkaran + Syed Zulqarnain Gilani + Australien

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  • 28. Juni 2024