Interpol hat einen bedeutenden Triumph im Kampf gegen Cyberkriminalität erzielt. In einer weltweit koordinierten Aktion namens „First Light 2024“ konnte Interpol international agierenden Online-Betrugsnetzwerken einen erheblichen finanziellen Rückschlag zufügen. Das Interpol-Zentrum für Finanzkriminalität und Korruptionsbekämpfung (IFCACC) gab bekannt, dass im Rahmen der Operation insgesamt 6.745 Bankkonten eingefroren und Vermögenswerte im Wert von 257 Millionen US-Dollar beschlagnahmt wurden. Zudem wurden die beteiligten transnationalen Netzwerke der organisierten Kriminalität erfolgreich zerschlagen.
Das Hauptziel der Operation war es, gegen verschiedene Formen von Online-Betrug vorzugehen, darunter Phishing, Anlagebetrug, gefälschte Online-Shopping-Seiten sowie Liebes- und Identitätsbetrug. Weltweit wurden 3.950 Personen verhaftet und 14.643 potenzielle Straftäter identifiziert.
Besonders bemerkenswert ist, dass den Ermittlern während der Razzien gelang, etwa 2 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen sicherzustellen. Zudem wurden Vermögenswerte im Wert von über 120 Millionen US-Dollar beschlagnahmt, darunter Immobilien, luxuriöse Fahrzeuge, wertvoller Schmuck sowie eine Vielzahl von kostbaren Gegenständen und Sammlerstücken.
Ein wichtiger Erfolg gelang den Ermittlern auch durch den Einsatz des Systems Global Rapid Intervention of Payments (I-GRIP) von Interpol. Mit diesem System konnte allein bei einem Betrugsversuch mit geschäftlichen E-Mails 331.000 US-Dollar abgefangen werden, die von einem spanischen Opfer nach Hongkong überwiesen werden sollten. In einem separaten Vorfall konnten die australischen Behörden erfolgreich 3,7 Millionen US-Dollar im Namen eines Opfers von Identitätsbetrug sicherstellen. Die betrügerischen Gelder wurden auf Bankkonten von Cyberkriminellen in Malaysia und Hongkong überwiesen.
Als weitere beeindruckende Ergebnisse der Operation nennt Interpol die Zerschlagung eines hochentwickelten internationalen Betrugsnetzwerks in der Hauptstadt Windhoek in Namibia. Durch diese Maßnahme konnte eine Mafia daran gehindert werden, 88 einheimische Jugendliche zu betrügerischen Aktivitäten zu zwingen. Die Ermittler haben dabei 163 Computer und 350 Mobiltelefone sichergestellt und die darauf gespeicherten Daten zur Untersuchung an das Hauptquartier des Generalsekretariats von Interpol übermittelt.
Die Ergebnisse dieser weltweiten Polizeiaktion sind weit mehr als bloße Zahlen, betont Isaac Kehinde Oginni, Direktor des Interpol-Zentrums für Finanzkriminalität. Sie zeigen, dass Leben gerettet und Verbrechen erfolgreich verhindert wurden. Solche Aktionen, die viele Nationen umfassen, tragen auch zur Stärkung der Weltwirtschaft bei.
Die Finanzierung von Operation First Light erfolgte hauptsächlich durch das chinesische Ministerium für öffentliche Sicherheit, und das Projekt wurde im Jahr 2023 gestartet. Darüber hinaus waren auch die zentralen Polizeiämter für Europa, Europol, sowie ähnliche Institutionen für Afrika und Asien involviert.
Yong Wang, Leiter des nationalen Zentralbüros von Interpol in Peking, betont, dass die Welt mit den ernsthaften Schwierigkeiten des Betrugs durch Social Engineering zu kämpfen hat. Organisierte Verbrecherbanden sind von Südostasien über den Nahen Osten bis nach Afrika aktiv, und ihre Opfer erstrecken sich über alle Kontinente. Es wird geschätzt, dass die deutsche Wirtschaft jährlich einen Schaden von 206 Milliarden Euro durch Cyberkriminalität erleidet.
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