EU stuft XNXX als bedeutende Online-Plattform ein: Neue Verpflichtungen im Rahmen des Digital Services Act

Die EU-Kommission hat XNXX, einen der führenden Anbieter von pornografischem Material, als bedeutende Online-Plattform im Rahmen des Digital Services Act (DSA) eingestuft. Diese Einstufung bringt spezielle Verpflichtungen zur Sorgfalt mit sich.

Plattformen, die eine Reichweite von mehr als zehn Prozent der EU-Bevölkerung oder über 45 Millionen Bürgern in den Mitgliedsstaaten haben, werden als sogenannte Very Large Online Platforms (VLOPs) bezeichnet. Die EU-Kommission gibt an, dass XNXX Zahlen vorgelegt hat, die über diesem festgelegten Schwellenwert liegen.

Aus diesem Grund ist der Porno-Anbieter ab Mitte November verpflichtet, die strengsten Bestimmungen des DSA einzuhalten, andernfalls können Geldstrafen in Höhe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden.

Die Betreiber von Plattformen von erheblicher Größe müssen nun Risikobewertungen durchführen und Maßnahmen ergreifen, um bekannte Bedrohungen für die Demokratie, die öffentliche Sicherheit, die Grundrechte und den Jugendschutz zu minimieren. Für XNXX bedeutet dies konkret, Maßnahmen zu ergreifen, um den Zugang Minderjähriger zu pornografischen Online-Inhalten zu verhindern. Eine Möglichkeit hierfür ist beispielsweise der Einsatz von Altersverifikationstools.

Zudem sollen VLOPs ihre Daten und Informationen über Algorithmen mit Behörden, Forschern und zivilgesellschaftlichen Organisationen teilen, um eine Überprüfung ihrer Arbeitsweise zu ermöglichen und zur Erstellung eines umfassenden Lagebildes beizutragen. Des Weiteren sind sie dazu verpflichtet, ein Werbearchiv zu veröffentlichen.

Die EU-Kommission hat insgesamt 25 Plattformen als VLOPs identifiziert, darunter neben XNXX auch die Erotik-Portale Pornhub, Stripchat und Xvideos. Im März kündigte das Trio an, gegen die neuen Verpflichtungen rechtliche Schritte einzuleiten. Der Eigentümer von Pornhub, Aylo, begründete dies damit, dass die Kommission die Nutzerzahlen falsch berechnet habe. Insbesondere möchte Aylo nicht verpflichtet sein, das Anzeigenarchiv zu betreiben.

Trotzdem hat die EU-Kommission im Juni zusätzliche Informationen von den drei Sex-Plattformen angefordert, um den Schutz Minderjähriger zu gewährleisten und gegen illegale Inhalte vorzugehen.

Laut einem Bericht der Financial Times teilen sich XNXX und Xvideos denselben Eigentümer, nämlich die Prager WGCZ Holding.

Seit dem 17. Februar gelten für alle Online-Plattformen die allgemeinen Vorschriften des DSA, die unter anderem die Implementierung benutzerfreundlicher Meldeverfahren für illegale Inhalte, eine klare Kennzeichnung von Werbung sowie die jährliche Veröffentlichung von Transparenzberichten umfassen.

Schlagwörter: XNXX + DSA + Aylo

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  • 10. Juli 2024