Microsoft und europäische Cloud-Anbieter einigen sich auf Vergleich und stärken den Wettbewerb im Cloud-Markt
Microsoft und europäische Cloud-Infrastrukturanbieter haben sich auf einen Vergleich geeinigt, um einen langwierigen Kartellstreit beizulegen. Diese Einigung verhindert mögliche Geldstrafen für Microsoft und stellt sicher, dass europäische Kunden eine größere Auswahl und Freiheit bei ihren Cloud-Bereitstellungen haben.
Die Cloud Infrastructure Service Providers in Europe (CISPE) hatten Microsoft beschuldigt, das europäische Cloud-Ökosystem nachhaltig geschädigt und den Kunden die Entscheidungsfreiheit genommen zu haben. Sie argumentierten, dass Microsoft durch seine Lizenzbedingungen Kunden an sich bindet und effektiv eine Gebühr für die Nutzung von Microsoft-Produkten außerhalb des eigenen Cloud-Dienstes Azure erhebt.
Im Rahmen der Vereinbarung wird Microsoft den europäischen Cloud-Anbietern erlauben, seine Anwendungen und Dienste auf regionalen Cloud-Infrastrukturen anzubieten. Dies löst das Problem der unfairer Bindungen und des Ausschlusses von Konkurrenten. Zusätzlich wird Microsoft eine nicht näher genannte Summe an CISPE zahlen, um die Kosten für rechtliche Auseinandersetzungen und faire Softwarelizenzkampagnen der vergangenen drei Jahre abzudecken.
Die Vereinbarung beinhaltet auch die Einführung einer aktualisierten Version von Azure Stack HCI für europäische Cloud-Anbieter. Dadurch erhalten Kunden dieser Anbieter Zugriff auf eine virtuelle Desktop-Infrastruktur basierend auf Windows 11. Zudem werden kostenlose erweiterte Sicherheitsupdates und flexible Zahlungsmöglichkeiten für SQL Server Lizenzen angeboten.
Um die Umsetzung der Vereinbarung zu überwachen, wird ein unabhängiges European Cloud Observatory (ECO) eingerichtet. Dieses besteht aus Vertretern von Microsoft, europäischen Cloud-Infrastrukturanbietern und europäischen Kundenverbänden. ECO wird regelmäßig Bewertungen, Berichte und Empfehlungen zur Einhaltung der Vereinbarung veröffentlichen.
Obwohl die Vereinbarung als Erfolg für Cloud-Anbieter in Europa angesehen wird, hat CISPE erklärt, dass sie keine weiteren Beschwerden in dieser Angelegenheit einreichen oder unterstützen wird. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie die weltweite kartellrechtliche Prüfung von Microsoft voranschreitet, da auch britische Regulierungsbehörden die Lizenzpraktiken von Microsoft und Amazon im Bereich der Cloud untersucht haben.
Insgesamt ist diese Einigung ein Schritt in die richtige Richtung, um den Wettbewerb im Cloud-Markt zu fördern und den Kunden mehr Auswahlmöglichkeiten zu bieten. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Microsoft seine unlauteren Softwarelizenzpraktiken in Zukunft ändern wird, um die Optionen der Kunden nicht weiter einzuschränken. Die Entwicklung in diesem Bereich sollte aufmerksam beobachtet werden, um sicherzustellen, dass Kunden weltweit fair behandelt werden.
Schlagwörter: Microsoft + CISPE + Amazon
Wie bewerten Sie den Schreibstil des Artikels?
