Deutsche Unternehmen sind skeptisch gegenüber dem Metaverse: Ergebnisse einer Bitkom-Umfrage zeigen Bedenken und Chancen
Deutsche Unternehmen sind skeptisch gegenüber dem Metaverse. Der Digitalverband Bitkom hat in Deutschland eine Metaverse-Umfrage durchgeführt, an der 605 Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten teilgenommen haben. Diese Umfrage fand anlässlich der Veröffentlichung der Apple Vision Pro statt. Derzeit betrachten viele Unternehmen das Metaverse noch als Zukunftsvision, insbesondere aufgrund der hohen Kosten für die Technologie. Laut der Umfrage gehen etwa 37 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass bedeutende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft durch das Metaverse frühestens in zehn Jahren eintreten werden. Ein Viertel der Umfrageteilnehmer ist sogar der Meinung, dass solche Veränderungen nie eintreten werden.
Obwohl die anfängliche Euphorie über das Metaverse abgeflaut ist, gibt es laut Dr. Bernhard Rohleder, dem Hauptgeschäftsführer von Bitkom, keinen Grund, es abzuschreiben. Ganz im Gegenteil: Insbesondere im gewerblichen Sektor werden bereits zahlreiche Anwendungen erfolgreich in der Praxis eingesetzt. Dies gilt insbesondere für das Industrial Metaverse, welches digitale Zwillinge in der Fertigung umfasst. Bereits zu Beginn des Jahres hatte Siemens das Zeitalter des Industrial Metaverse proklamiert.
Aus der Umfrage geht hervor, dass viele Unternehmen unsicher sind, wie sie das Metaverse einschätzen sollen. Bei 43 Prozent der Befragten besteht noch Unsicherheit, während knapp ein Viertel (23 Prozent) dem Metaverse interessiert und aufgeschlossen gegenübersteht und ein weiteres Viertel (24 Prozent) dem Metaverse kritisch und ablehnend gegenübersteht. Sogar jedes zehnte Unternehmen sieht eine Bedrohung für sein Geschäftsmodell. 15 Prozent der Befragten sehen ihre Existenz durch das Metaverse bedroht. Eine überwiegende Mehrheit von 83 Prozent der Befragten bevorzugt es, abzuwarten und die Erfahrungen anderer Unternehmen zu beobachten.
Während ein Fünftel der Befragten das Metaverse als Möglichkeit ansieht, gibt es auch eine nahezu gleich große Gruppe von 17 Prozent, die es als potenzielles Risiko betrachtet. Darüber hinaus sind 37 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass das Metaverse keinen Einfluss auf ihr Unternehmen haben wird.
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass mehr Anstrengungen in die Standardisierung investiert werden müssen. Auch der Datenschutz und die IT-Sicherheit zählen zu den Hindernissen für eine breite Akzeptanz auf dem Markt. Einhergehend damit geht auch der Mangel an qualifizierten Fachkräften einher.
Während 43 Prozent der Befragten keinen Nutzen des Metaversums in ihrem eigenen Geschäftsbereich sehen, erkennen sie jedoch in anderen Branchen Vorteile. Das Interesse am Metaverse ist besonders in der Gaming-Branche (74 Prozent) stark ausgeprägt, gefolgt vom Tourismus (60 Prozent), den Medien und der Unterhaltungsbranche (54 Prozent) sowie der IT- und Technologiebranche (52 Prozent). Aber auch im Gesundheitswesen, der Logistik sowie der Sport- und Handelsbranche besteht Interesse.
Obwohl das VR-Headset Vision Pro von Apple technisch beeindruckend ist, wird es als zu schwer und unbequem empfunden. Seit einigen Jahren investiert Meta in die Entwicklung seines eigenen Metaverse und hat aus diesem Grund sogar seinen Firmennamen geändert. Das Unternehmen steckt beträchtliche Summen in Forschung und Entwicklung, um das Metaverse weiter voranzutreiben.
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