Extreme Hitzewellen bedrohen Rechenzentren: Auswirkungen und Lösungen für Unternehmen in Indien

In diesem Jahr gab es bereits in einigen Teilen der Welt, darunter auch in Indien, extreme Hitzewellen. An einigen Orten wurden sogar Temperaturen über 50 Grad Celsius gemessen. Diese Hitze kann Auswirkungen auf Unternehmen haben, die auf eine kontinuierliche Verfügbarkeit ihrer Rechenzentren und Server angewiesen sind, sowie auf die allgemeine IT-Infrastruktur und die Zuverlässigkeit der Dienstleistungen.

Irshad Saifi, Chief Digital Information Officer (CDIO) bei Shardul Amarchand Mangaldas, erklärt, dass Server eine beträchtliche Menge an Wärme erzeugen und daher ausreichend gekühlt werden müssen, um auch bei hohen Temperaturen ordnungsgemäß zu funktionieren. Wenn die Kühlung nicht richtig gehandhabt wird, besteht die Gefahr von Überhitzung und Ausfällen. Dies führt zu stark steigenden Kosten für die Kühlung während Hitzewellen und kann sich negativ auf die finanzielle Lage des Unternehmens auswirken.

Während der Hitzewelle in Indien im Jahr 2019 stieg beispielsweise der Stromverbrauch für die Kühlung in Rechenzentren um 20 Prozent, was zu erheblich höheren Betriebskosten führte. Regionen wie Rajasthan, Gujarat und die Hauptstadtregion Delhi stehen vor erheblichen Herausforderungen, um optimale Bedingungen in ihren Rechenzentren aufrechtzuerhalten, da dort konstant hohe Temperaturen herrschen. In der Sommerperiode des Jahres 2024 wurden in der Hauptstadtregion Delhi Temperaturen von über 50 Grad Celsius gemessen, was zu einer erheblichen Belastung der Kühlsysteme führte.

Bhoopendra Solanki, Chief Information Officer des Sakra World Hospital, erklärt, dass es in Indien verschiedene Regionen gibt, die für extremes Wetter bekannt sind, wie Delhi NCR, und andere, die für ein angenehmes Klima bekannt sind, wie Bangalore. Die Hitze führt definitiv zu Problemen in Bezug auf den erhöhten Stromverbrauch, der erforderlich ist, um die Temperatur, Leistung, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit aufrechtzuerhalten. Allerdings sind die Auswirkungen nicht überall gleich stark zu spüren.

Laut Shreya Vanja, Senior Consultant bei Aranca, konzentriert sich der Großteil der indischen IT- und Rechenzentrumsbranche auf Städte wie Bengaluru, Pune und Chennai. Aber auch in Städten wie Jaipur, Ahmedabad, Indore und Nagpur wird vermehrt in Rechenzentren investiert, aufgrund der niedrigeren Kosten für die Infrastruktur. Die IT-Infrastruktur steht vor Herausforderungen durch extreme Hitzewellen, insbesondere in den nördlichen und zentralen Regionen, die aufgrund der Belastung der lokalen Strominfrastruktur betroffen sind. Die Auswirkungen reichen von Ausfallzeiten und erhöhten Kühlkosten bis hin zu zusätzlichen Wartungsarbeiten. Bisher gibt es keine Berichte über hitzebedingte Brände oder Ausfälle in indischen Rechenzentren.

Bei der Planung von Rechenzentren wird bereits jetzt die steigende globale Temperatur berücksichtigt. Aufgrund der erhöhten Temperaturen gibt es immer weniger Zeiten, in denen Rechenzentren kostenlose Kühlung nutzen können. Luis Rodrigues, COO von Start Campus, dem Entwickler des SINES-DC-Projekts, einem 495-MW-Rechenzentrums-Campus in Portugal, erklärt, dass mit der zunehmenden Verkürzung dieser Zeiten natürlich auch der Energieverbrauch und damit die Kosten steigen.

Saifi betont, dass überhitzte Systeme in Rechenzentren zu unvorhergesehenen Ausfallzeiten führen können, die den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen und finanzielle Verluste verursachen können. Lokale Rechenzentren sind besonders gefährdet, da sie oft nicht über die hochentwickelten Kühltechnologien verfügen, die in großen Cloud-Rechenzentren verwendet werden. Jay Dietrich, Forschungsleiter für Nachhaltigkeit beim Uptime Institute, erklärt, dass ältere HLK-Systeme anfällig für Ausfälle sind, wenn die Temperaturen über 50 Grad Celsius steigen.

Um den Auswirkungen der Hitze entgegenzuwirken, können nicht-kritische Systeme abgeschaltet werden und zusätzliche Kühlleistung erworben werden. Es wird empfohlen, in energieeffiziente Kühltechnologien wie Flüssigkeitskühlung oder fortschrittliche Klimaanlagen zu investieren und Rechenzentren in Regionen mit kühlerem Klima oder zuverlässiger Stromversorgung zu wählen. Es ist auch wichtig, die Geräte regelmäßig zu warten, um Überhitzung zu verhindern. Zusätzlich könnten Lastverschiebungen Anreize schaffen, indem Rabatte für weniger hitzeintensive Stunden angeboten werden.

Rechenzentren sollten von Anfang an auf Flexibilität ausgelegt sein, um eine teure Nachrüstung bestehender Anlagen zu vermeiden, um sie an neue Technologien anzupassen. Nxtra Data, die Rechenzentrumsabteilung von Bharti Airtel, setzt bereits erneuerbare Energien, energieeffiziente Upgrades und fortschrittliche Kühlmethoden ein, um die Kosten zu senken und den Betrieb auch bei steigenden Temperaturen aufrechtzuerhalten.

Kurz gesagt, Unternehmen müssen sich auf die steigenden Temperaturen und die Auswirkungen von Hitzewellen auf ihre Rechenzentren vorbereiten. Investitionen in energieeffiziente Kühltechnologien und die Wahl von Rechenzentren in kühleren Regionen können helfen, die Auswirkungen zu minimieren. Regelmäßige Wartung und die Nutzung von Notfallplänen sind ebenfalls wichtige Maßnahmen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Schlagwörter: Indien + Irshad Saifi + Delhi

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  • 14. Juli 2024