Whistleblower werfen OpenAI Verstöße gegen Gesetz vor: US-Börsenaufsicht eingeschaltet

Informanten haben die US-Börsenaufsicht (SEC) kontaktiert und sie gebeten, die Arbeitsverträge von OpenAI zu überprüfen. Es geht dabei um die äußerst restriktiven Vertraulichkeitsvereinbarungen des Unternehmens, die auch dann gültig sein sollen, wenn es um Risiken geht. Bei OpenAI gibt es offensichtliche Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Sicherheit, da Kündigungen, Entlassungen und öffentliche Kritik nicht abreißen.

Es wird vermutet, dass das Unternehmen seinen Mitarbeitern verbietet, die Aufsichtsbehörden vor den potenziell schwerwiegenden Risiken zu warnen, die seine Technologie für die Menschheit darstellen könnte. Die Unterzeichner des Schreibens sind der Ansicht, dass dieses Verbot gegen das Gesetz verstößt. Wenn sich Mitarbeiter an Bundesbehörden wenden, verzichten sie auf den Schutz, den Whistleblower in solchen Fällen in den USA genießen. Zusätzlich sind sie verpflichtet, vor einer Kontaktaufnahme mit einer Bundesbehörde die Genehmigung von OpenAI einzuholen. Dies stellt einen Verstoß gegen das bundesgesetzliche Whistleblower-Schutzgesetz dar. Auch die Beschäftigungs- und Abfindungsverträge stehen in der Kritik.

Das Schreiben, das der Washington Post vorliegt und bereits Anfang Juli an die US-Behörde übermittelt wurde, umfasst sieben Seiten. Die Unterzeichner drängen die SEC dazu, schnell zu handeln, Sanktionen gegen OpenAI zu verhängen und die Mitarbeiter über ihre Rechte zu informieren.

Laut einer Sprecherin von OpenAI, die mit der Washington Post sprach, besteht das Ziel darin, die Rechte der Mitarbeiter zu schützen. Es wird auch betont, dass eine gründliche Diskussion über diese Technologie unerlässlich ist. Bereits bedeutende Anpassungen am Kündigungsprozess wurden vorgenommen, um Verleumdungsklauseln zu entfernen. Unter Verleumdung versteht man die Weitergabe von Informationen.

Die Auseinandersetzungen bezüglich der Sicherheit und Ausrichtung des ursprünglich als gemeinnütziges Unternehmen gestarteten OpenAI sind seit der plötzlichen Entlassung von Sam Altman bekannt. Mehrere ehemalige Mitarbeiter haben seither bestätigt, dass es Unruhe gibt. Aus persönlichen Gründen haben die Sicherheitsforscher Jan Leike und Mitgründer Ilya Sutskever OpenAI verlassen. Eine ehemalige Vorständin, Helen Toner, behauptet, dass Sam Altman persönlich Informationen zurückgehalten und Entwicklungen gegenüber dem Vorstand falsch dargestellt habe.

Es wurden kürzlich Vorwürfe laut, dass die Sicherheitsprüfung des sogenannten Omnimodells GPT-4o nur eine Woche gedauert hat, was auch von der Washington Post berichtet wurde. Das Sicherheitsteam soll stark unter Druck gestanden haben, um einen von der Geschäftsführung festgelegten Zeitplan einzuhalten. Laut einer vertraulichen Quelle wurde intern das neue Modell gefeiert, obwohl die Tests noch nicht abgeschlossen waren. Die Sprecherin von OpenAI bestätigt, dass es für die Mitarbeiter stressig war, betont jedoch, dass die Sicherheitsprozesse nicht verkürzt wurden. Inzwischen wurde bereits ein Sicherheitsvorfall aufgedeckt, bei dem ein Angreifer Chats mitlesen konnte.

Schlagwörter: OpenAI + Washington + SEC

Wie bewerten Sie den Schreibstil des Artikels?
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
  • 15. Juli 2024