Kryptowährungsbranche zeigt großes Engagement im US-Wahlkampf

Die Kryptowährungsbranche hat es faustdick hinter den Ohren – zumindest, wenn es um das Sammeln von Spenden für den US-Wahlkampf geht. Nach Angaben von Molly White, einer Krypto-Kritikerin, hat die Branche bis Ende Mai satte 187 Millionen US-Dollar für den aktuellen Wahlkampf zusammengetrommelt. Diese beeindruckende Summe wurde auf der Webseite followthecrypto.org veröffentlicht, wo man verfolgen kann, wie viel Geld in die größten Super-PACs fließt. Diese unterstützen entweder Kandidaten, die Kryptowährungen befürworten, oder versuchen, Kandidaten zu verhindern, die sich für Verbraucherschutz einsetzen.

Die Kryptowährungsbranche hat mit ihrem größten Super-PAC namens Fairshake ordentlich aufgetrumpft. Mit bis Ende Mai gesammelten 177,9 Millionen Dollar kann Fairshake fast mit dem führenden Super-PAC MAGA (Make America Great Again) mithalten, der Donald Trump bei seinem vierten Versuch, ins Weiße Haus einzuziehen, unterstützt. MAGA hat bis dato 178,6 Millionen Dollar sammeln können. Allerdings hat Fairshake noch mehr verfügbares Kapital, da MAGA bereits einen Großteil seiner Mittel ausgegeben hat. Aktuell verfügt Fairshake über 107 Millionen Dollar (eventuell sogar 25 Millionen Dollar zusätzlich bei Coinbase), während MAGA auf 94 Millionen Dollar sitzt.

Falls du dich fragst, was ein Super-PAC überhaupt ist, lass mich dich aufklären: PAC steht für Political Action Committee und bezieht sich auf traditionelle Wahlkampffonds politischer Kandidaten. Im Gegensatz dazu haben Super-PACs keinerlei Einschränkungen und können uneingeschränkte Spenden von amerikanischen Bürgern annehmen. Allerdings dürfen sie offiziell nicht mit den unterstützten Kandidaten koordinieren – aber wer kontrolliert das schon so genau?

Was hat Fairshake eigentlich bisher mit all dem Geld angestellt? Hauptsächlich hat der Super-PAC damit Kandidaten der Demokratischen Partei bekämpft. Über zehn Millionen Dollar wurden ausschließlich für negative Werbung gegen die demokratische Kandidatin Katie Porter ausgegeben. Diese Strategie war erfolgreich, da Porter die Vorwahl verloren hat und somit keine Chance hat, in den US-Senat gewählt zu werden. Zusätzlich wurden zwei Millionen Dollar für Werbung gegen den demokratischen Kandidaten Jamaal Bowman ausgegeben, der ebenfalls die Vorwahl verloren hat und somit nicht ins Unterhaus einziehen wird. Fairshake hat außerdem 15,5 Millionen Dollar an zwei andere Super-PACs weitergeleitet: Protect Progress erhielt fünf Millionen Dollar, um kryptofreundliche Demokraten zu unterstützen, und das Doppelte, also zehn Millionen Dollar, gingen an Defend American Jobs, um kryptofreundlichen Republikanern zum Wahlsieg zu verhelfen.

Aber Vorsicht! Die von Follow the Crypto angegebenen Spendensummen entsprechen nicht den Ausgaben und Geldreserven der Super-PACs. Die Ausgaben müssen innerhalb von 48 Stunden gemeldet werden, während die Einnahmen nur monatlich und mit Verzögerung zusammengefasst werden. Daher sind momentan nur Informationen zu den Wahlwerbeausgaben im Juli verfügbar. Die Daten zum Spendenaufkommen im Juni liegen noch nicht vor.

Die Lobbyisten der Kryptobranche setzen alles daran, Politikern zu verdeutlichen, dass Kryptowährungen für Wähler von großer Bedeutung sind. Auf der Webseite der Organisation Stand with Crypto wird sogar ein etwas höherer Spendenbetrag angegeben – wahrscheinlich, weil sie auch kleinere Krypto-Super-PACs mit einbeziehen. Laut Stand with Crypto haben knapp 1,3 Millionen Spender insgesamt 179,4 Millionen Dollar gespendet. Allerdings stammt der Großteil des Geldes von einigen wenigen Kryptomagnaten.

Auch Donald Trump hat die Macht der Kryptowährungsindustrie erkannt. Früher äußerte er sich äußerst kritisch über Kryptowährungen und nannte sie betrügerisch. Aber seit 2022 hat er selbst angefangen, seine eigenen NFTs zu veröffentlichen. Der ehemalige Präsident behauptet nun, dass man ihn wählen müsse, um die Förderung von Kryptowährungen zu unterstützen. Seine Worte lauten: „Wenn Sie für Kryptowährungen sind, sollten Sie lieber für Trump stimmen.“

Es bleibt spannend zu beobachten, wie viel Geld die Kryptowährungsbranche noch in den US-Wahlkampf pumpen wird und welche Auswirkungen das auf die politische Landschaft haben wird. Eins ist sicher: Die Krypto-Kritikerin Molly White wird weiterhin genau hinschauen und die öffentlich zugänglichen Daten auf followthecrypto.org veröffentlichen. Wir bleiben gespannt!

Schlagwörter: Fairshake + MAGA + Molly White

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  • 17. Juli 2024