Microsoft und OVHcloud beenden langjährigen Kartellrechtsstreit

Da haben sich die Großen der IT-Welt wieder einmal in den Haaren gehabt: Microsoft und der französische Cloud-Dienstleister OVHcloud haben ihren langwierigen Kartellrechtsstreit endlich beigelegt. Angeblich haben sie sich geeinigt, dass OVHcloud seine Beschwerde gegen Microsoft zurückzieht. Es ging dabei um den Vorwurf des Missbrauchs von Microsofts dominierender Position auf dem Markt.

Konkret störte sich OVHcloud daran, wie Microsoft seine Produkte, wie zum Beispiel das Office-Paket, vermarktet und mit seiner eigenen Cloud-Infrastruktur Azure verknüpft. Aber nun können die Nutzer von OVHcloud endlich unbeschwert Microsoft-Lösungen bei ihrem bevorzugten Cloud-Anbieter einsetzen. Microsoft hat angeblich auch Änderungen an seinen Praktiken versprochen, um die Wogen zu glätten.

Trotz der Einigung hat OVHcloud jedoch immer noch Bedenken bezüglich wettbewerbsschädigender Praktiken anderer führender Cloud-Anbieter wie Amazon und Google auf dem europäischen Markt. Da ist die Versöhnung mit Microsoft wohl nur ein kleiner Lichtblick inmitten des dunklen Wettbewerbsdickichts.

Microsoft hingegen ist hocherfreut über die erzielte Einigung und betont, dass die Bedenken von OVHcloud berücksichtigt wurden. Scheint, als hätten sie sich am Ende doch auf einen Kompromiss geeinigt, der beide Seiten zufriedenstellt. Und auch andere Unternehmen wie Aruba und ein dänischer Cloud-Branchenverband haben ihre Beschwerden gegen Microsoft inzwischen zurückgezogen. Klingt fast so, als wäre die IT-Welt plötzlich wieder im Einklang.

Aber nichtsdestotrotz bleibt Microsoft dem Druck von Regulierungsbehörden in ganz Europa ausgesetzt. Die Europäische Kommission untersucht seit Mai 2023, ob Microsoft seine dominante Stellung auf dem Markt ausnutzt, um Konkurrenten im Bereich Cloud-Dienste zu verdrängen. Ganz schön heißer Scheiß für die Jungs und Mädels in Redmond.

Und als ob das noch nicht genug wäre, sind auch Untersuchungen zu den Cloud-Diensten in Großbritannien und Spanien im Gange. Da kann man sich ja kaum vorstellen, wie Microsoft da noch Zeit für andere Dinge hat. Aber gut, das Bundeskartellamt prüft seit März 2023 immerhin die Marktmacht von Microsoft. Da wird der ein oder andere Nervenkitzel sicherlich nicht fehlen.

Die Coalition for Fair Software Licensing hingegen lässt kein gutes Haar an der Einigung zwischen Microsoft und OVHcloud. Sie sieht das Ganze eher als einen Versuch von Microsoft, sich der behördlichen Kontrolle zu entziehen. Aber hey, das gehört wohl dazu, wenn man an der Spitze des IT-Olymps thront.

Wie dem auch sei, wir können gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht. Ob Microsoft am Ende als strahlender Sieger oder als geprügelter Hund aus diesem Kartellrechtsstreit hervorgeht, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Langweilig wird es in der IT-Welt mit Sicherheit nicht.

Schlagwörter: Microsoft + OVHcloud + Politico

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  • 21. Juli 2024