Cyberangriff auf die Bundeswehr-Universität München: Herausforderungen und Abwehrmaßnahmen

Seit drei Wochen plagt eine gezielte cyberkriminelle Attacke die Bundeswehr-Universität in München. Laut einer Bestätigung des Kommandos Cyber- und Informationsraum (CIR) der Bundeswehr vom 9. Februar erlangten Unbekannte Zugriff auf einen zentralen IT-Service im Rechenzentrum der Universität. Der Angriff, der erstmals am 23. Januar festgestellt wurde, zeigt die wachsende Bedrohung durch digitale Angriffe, auch innerhalb sensibler institutioneller Bereiche.

Aktuell arbeitet das Rechenzentrum unter Hochdruck an der Analyse und Minimierung der Folgen dieses Cyberangriffs. Die genauen Ausmaße der Infrastrukturkompromittierung sind noch nicht vollständig geklärt. Der CIR betont jedoch, dass die betroffenen Strukturen ausschließlich innerhalb der Bundeswehr-Universität existieren und unabhängig von den IT-Systemen der Bundeswehr selbst betrieben werden.

Diese Hochschule, neben der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg die zweite Bundeswehr-nahe Universität, bietet Studiengänge wie Informatik, Cybersicherheit, Nachrichtendienstwesen und Sicherheitsstudien an. Viele Studierende sind laut Konzept für spätere Einsätze beim Bundesnachrichtendienst vorgesehen oder bereits dort tätig. Die potenziell betroffenen Personen wurden umfassend über den Vorfall informiert.

Derzeit liegen keine Hinweise auf Datenlöschungen, unzulässige Verschlüsselungen oder Funktionsausfälle durch den Angriff vor. Ob interne Daten abgeflossen sind, bleibt jedoch unklar, obwohl das Handelsblatt von potenziellen Betroffenheiten sensibler Daten berichtet.

Die enge Zusammenarbeit der Bundeswehr-Universität mit anderen Stellen im Verteidigungsministerium ist ein wichtiges Merkmal ihrer Forschung und Lehre. Erst kürzlich wurde eine Kooperation mit dem Cyber-Innovation-Hub (CIHbw) angekündigt. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, gemeinsam Lösungen für die Bundeswehr zu entwickeln, insbesondere in Bereichen wie Drohnenabwehr, Software Defined Defence und der Bewältigung digitaler Herausforderungen. Die aktuelle Cyberattacke unterstreicht die Relevanz dieser Kooperation und die Notwendigkeit eines starken IT-Schutzes in sensiblen Forschungs- und Bildungseinrichtungen.

Die Bundeswehr-Universität steht somit vor der Herausforderung, sich von diesem Angriff zu erholen, ihre Sicherheitsmaßnahmen weiter zu stärken und gleichzeitig an Projekten mit dem CIHbw arbeiten zu können. Dieser Fall verdeutlicht die zunehmende Komplexität der Cyberkriegsführung und den Bedarf an kontinuierlicher Anpassung und Verbesserung der Verteidigung gegen digitale Bedrohungen.

Schlagwörter: CIR + CIHbw + München

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  • 13. Februar 2025