Apple setzt auf Datenschutz in der KI: Lokale Verarbeitung vs. Cloud-Lösungen

Apple verfolgt im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) eine strategische Ausrichtung, die den Datenschutz in den Vordergrund stellt. Anders als Wettbewerber wie Google, Anthropic oder OpenAI, die verstärkt cloudbasierte KI-Modelle einsetzen, legt Apple größten Wert darauf, möglichst viele Funktionen von Apple Intelligence direkt auf dem Gerät (on device) zu implementieren. Dies minimiert das Risiko von Datenverlusten und ermöglicht die lokale Verarbeitung sensibler Informationen. Solche „lokalen Modelle“ sind in der Lage, Aufgaben wie Textgenerierung oder Bildbearbeitung zu erledigen, ohne dass externe Server involviert werden müssen.

Allerdings gibt es Grenzen für die Leistungsfähigkeit lokaler KI-Modelle. Komplexere Aufgaben, wie beispielsweise detaillierte Bildgenerierung oder anspruchsvolle Texterstellung, können die lokalen Ressourcen überfordern. In solchen Fällen greift Apple auf ein eigens entwickeltes Verfahren zurück, das als Private Cloud Compute (PCC) bezeichnet wird. Dieses System ermöglicht es, KI-Aufgaben auch in der Cloud zu erledigen, jedoch unter strengen Datenschutzbestimmungen. Die Daten werden verschlüsselt verarbeitet, sodass selbst auf Apples Servern kein unberechtigter Zugriff auf die Inhalte möglich ist. Ähnlich wie bei einem digitalen Versiegelungsverfahren bleiben die Daten während des PCC-Prozesses für Außenstehende unverständlich und geschützt.

Um Transparenz über den Einsatz von PCC zu gewährleisten, hat Apple in macOS, iOS und iPadOS eine Funktion integriert, den sogenannten Privacy Report. Dieser Bericht kann im Bereich „Privatsphäre“ unter „Transparenzprotokolle“ aktiviert werden und für einen Zeitraum von sieben Tagen erstellt werden. Er detailliert die Aktivitäten, die über PCC auf Cloud-Servern abgewickelt wurden (modelRequests), sowie Anfragen an das lokale KI-System (privateCloudComputeRequests). Theoretisch sollte der Privacy Report Aufschluss über den Grad der Abhängigkeit von cloudbasierten Prozessen für Apple Intelligence geben. Praktisch jedoch gestaltet sich die Situation aktuell etwas kompliziert. Trotz der Aktivierung des 7-Tage-Protokolls und der Nutzung in englischen Varianten (da der Dienst noch nicht offiziell auf Deutsch verfügbar ist) zeigten diverse Tests, einschließlich solcher des Teams von 9to5Mac, leere Berichte ohne relevante Einträge. Dies wirft Fragen auf: Entweder werden tatsächlich die meisten KI-Operationen innerhalb von Apple Intelligence komplett lokal auf dem Gerät ausgeführt, wodurch der Privacy Report unberührt bleibt, oder es besteht aktuell ein technischer Defekt in der Funktionsweise des Reports. Es ist außerdem zu erwähnen, dass Apple Intelligence sich noch in der Betaphase befindet und eine offizielle deutschsprachige Version für April 2023 geplant ist.

Schlagwörter: Apple + PCC + KI

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  • 19. März 2025