Rechenzentren im Stromrausch: KI treibt globalen Energiebedarf bis 2030 in die Höhe

Der globale Stromhunger der Rechenzentren nimmt rapide zu und wird sich bis zum Jahr 2030 mehr als verdoppeln, wie eine Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) belegt. Diesen exponentiellen Anstieg treibt vor allem der Boom künstlicher Intelligenz an, der die weltweite Nachfrage auf satte 945 Terawattstunden pro Jahr im Jahr 2030 katapultiert. Besonders China und die USA werden diesen Trend maßgeblich vorantreiben: Experten erwarten dort ein Wachstum von 170 bzw. 130 Prozent. Auch in Europa wird der Bedarf deutlich ansteigen, mit zusätzlichen 45 Terawattstunden pro Jahr bis 2030, was einer Steigerung um 70 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Derzeit verschlingt das Rechenzentrumsspektrum weltweit rund 415 Terawattstunden Strom jährlich – ein Wert, der etwa fünf Prozent des globalen Energieverbrauchs ausmacht. Dieser Konsum basiert in Deutschland hauptsächlich auf Kohle und Erdgas, während die USA stärker auf Erdgas setzen. Bis 2030 ist jedoch mit einem Umschichten zu erneuerbaren Energien und Kernkraft zu rechnen, wobei Europas Anteil an grünem Strom im Jahr 2030 bei beachtlichen 85 Prozent liegen soll.

Die wachsende Bedeutung von KI wirft jedoch auch Herausforderungen auf: Der Energieverbrauch in diesem Bereich wird oft vernachlässigt. Obwohl Server den größten Stromanteil (über 60 Prozent) in Rechenzentren beanspruchen, sind Kühlsysteme und Luftregulierung ebenfalls entscheidend für den Gesamtenergiebedarf – sie fressen etwa 20 Prozent des Gesamtverbrauchs auf. Speicher- und Backup-Systeme sowie Netzwerkverbindungen kommen jeweils auf rund fünf Prozent. Kleine Posten wie Beleuchtung oder Mitarbeitergeräte ergänzen das Bild. Die IEA-Studie zeigt, dass im Jahr 2024 noch über 46 Prozent des Stroms in Rechenzentren aus fossilen Energieträgern stammte. Der Trend zum nachhaltigeren Betrieb ist jedoch deutlich erkennbar: Während der absolute Verbrauch an fossiler Energie bis 2030 weiter steigen wird, soll der Anteil erneuerbarer Energien und Kernkraft global auf 60 Prozent ansteigen. Diese Entwicklung verdeutlicht die zunehmende Notwendigkeit, den CO2-Fußabdruck von Rechenzentren zu reduzieren und gleichzeitig mit dem wachsenden Bedarf an Strom und Computing-Leistung Schritt zu halten. Unternehmen wie Hetzner, die bereits eigene Solarparks planen, demonstrieren beispielhaft den Weg in eine nachhaltigere Zukunft des Cloud-Computing. Die rasante Digitalisierung und die globale Expansion künstlicher Intelligenz stellen Rechenzentren vor enorme Herausforderungen. Die Balance zwischen Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz wird zunehmend entscheidend für die Zukunft dieser essenziellen IT-Anlagen sein.

Schlagwörter: USA + IEA + China

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  • 10. April 2025