IT-Panne bremst Sicherheitsüberprüfungen: Rückbau von Atomkraftwerken in Schleswig-Holstein vor Herausforderungen
Die Abschaltung und der anschließende Rückbau mehrerer Atomkraftwerke in Schleswig-Holstein (SH) sind derzeit von einem komplexen Problem geprägt: Durch eine schwere IT-Panne werden wichtige Sicherheitsüberprüfungen für Mitarbeiter und Dienstleister, die für den sicheren Umgang mit Kernbrennstoffen unerlässlich sind, verzögert. Das Land Schleswig-Holstein berichtet, dass Hunderte solcher Überprüfungen seit Monaten nicht oder nur unzureichend bearbeitet werden konnten. Die Ursache hierfür ist ein Ausfall des zentralen IT-Systems, das Daten verschiedener Sicherheitsbehörden wie Polizei und Verfassungsschutz abgleicht, um die Zuverlässigkeit der beteiligten Personen zu gewährleisten. Gemäß dem Atomgesetz ist eine solche Überprüfung zwingend erforderlich, bevor jemand an der Errichtung oder dem Betrieb von Anlagen mit Kernbrennstoffen arbeiten darf. Innerhalb eines Jahres wurden 824 Anträge für diese Prüfungen beim Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) eingereicht; jedoch konnten lediglich 17 bearbeitet werden, da das zuvor zuverlässige IT-Verfahren zusammenbrach. Das Ministerium gibt an, dass der Ausfall des Servers und des dazugehörigen Systems im Frühjahr 2023 erfolgte und seitdem nicht vollständig wiederhergestellt werden konnte. Der Mangel an einer funktionierenden digitalen Plattform erschwert die Kommunikation mit den beteiligten Behörden und verhindert eine effiziente Bearbeitung der Anträge. Alternative Wege wie E-Mails reichen laut Ministerium nicht aus, da sie Komplexität und Sicherheit nicht gleichermaßen gewährleisten können. Trotz dieser IT-Probleme betont die Landesregierung, dass es keine Gefährdung der Sicherheit durch den fehlenden Zugang für alle Personen gibt, da kein vollständiger Sperrvermerk existiert. Mitarbeiter, deren Zuverlässigkeit bereits in der Vergangenheit überprüft wurde und routinemäßig erneut geprüft werden musste, behalten weiterhin Zutritt zu den Anlagen. Die Regierung argumentiert, dass alle verfügbaren Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit getroffen wurden. Konkrete Auswirkungen auf den Fortschritt des Rückbaus der Kernkraftwerke sind dem Ministerium bisher nicht gemeldet worden. Die Betreiber können demnach ihrer atomrechtlichen Verpflichtung nachgehen und den Abbau fortsetzen. Parallel laufen die Bemühungen zur Wiederherstellung der IT-Systeme und zur effizienten Bearbeitung des aufgelaufenen Antragsstaus. Dieses Ereignis soll gleichzeitig als Anlass für eine Optimierung der gesamten IT-Infrastruktur genutzt werden.
Schlagwörter: Schleswig-Holstein + SH + MEKUN
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