Brandenburgs Datenschutzbeauftragte fordert mehr Klarheit von eBay über den Umgang mit Nutzerdaten für KI-Training

Die brandenburgische Datenschutzbeauftragte Dagmar Hartge sieht Klärungsbedarf bei neuen Klauseln in der eBay-Datenschutzerklärung und fordert mehr Transparenz von dem Online-Marktplatzkonzern. Einig ist man sich dabei nicht, welches genaue Datenmaterial aus dem Nutzerpool für das Training von KI-Modellen verwendet werden soll, welche spezifischen Zwecke dieses Training verfolgen soll und welche Modelle konkret zum Einsatz kommen sollen. Die fehlende Klarheit sorgt bei Hartge, die bereits zahlreiche Beschwerden von betroffenen eBay-Nutzern erhalten hat, für Besorgnis, da eBay seinen europäischen Hauptsitz in Kleinmachnow bei Potsdam unterhält und damit unter der Zuständigkeit der brandenburgischen Behörde fällt. Besonders bedenklich ist aus Sicht der Datenschutzbeauftragten auch die Unklarheit darüber, wer letztendlich Zugriff auf diese Daten für das KI-Training haben darf und ob mögliche Einschränkungen bezüglich des Zugriffs für Konzernmitarbeiter bestehen. Die Aufsichtsbehörde sieht derzeit die rechtlichen Anforderungen an die Transparenz dieser geplanten Datenverarbeitung nicht ausreichend erfüllt. Hartge betont jedoch, dass sie im direkten Austausch mit eBay Deutschland steht und das Unternehmen mitgeteilt habe, dass bis dato noch kein KI-Training durchgeführt wurde, obwohl die geänderte Datenschutzerklärung am 21. April in Kraft trat. Nutzern, die ihre Daten nicht für das KI-Training zur Verfügung stellen möchten, rät Hartge explizit zum Widerspruch gegen diese beabsichtigte Datenverarbeitung. Es sei zu beachten, dass ein einmal stattgefundenes Training nach aktuellem Kenntnisstand nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. eBay selbst weist in seiner Datenschutzerklärung auf das Opt-out-Recht hin und ermöglicht es Nutzern, über die Einstellungen für KI-Entwicklung und -Training im persönlichen Konto Widerspruch einzulegen. Bereits im März hatte eBay angedeutet, Nutzerdaten für diverse KI-gestützte Anwendungen einzusetzen, wie beispielsweise die KI-basierte Unterstützung bei der Angebotserstellung, dem Testen und Validieren von Systemen von Drittanbietern sowie dem Training eigener Modelle. Zu den erfassten Daten gehören neben Namen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Nutzernamen auch Steueridentifikationsnummern sowie weitere Datensätze im Falle von Verkäufern. Die Debatte über die Umsetzung von Zweckbindung und Datenminimierung in einem zunehmend KI-dominierten Kontext beschäftigt Experten bereits seit geraumer Zeit. Hartges Forderung nach mehr Transparenz bei eBay verdeutlicht dabei die Herausforderungen, die mit der praktischen Anwendung dieser Datenschutzgrundsätze im Zeitalter künstlicher Intelligenz verbunden sind.

Schlagwörter: Dagmar Hartge + eBay Deutschland + eBay

Wie bewerten Sie den Schreibstil des Artikels?
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
  • 29. April 2025