Das KDE-Team hat beschlossen, sein Modell des Long Term Supports (LTS) für die Desktop-Umgebung Plasma aufzugeben. Aktuell werden ausgewählte Plasma-Versionen über einen längeren Zeitraum hinweg betreut, was sich als praktikable Lösung erwiesen hat. Dennoch bringt das LTS-Modell einige Herausforderungen mit sich, die letztlich zur Entscheidung führten, den Fokus zu verschieben.
Eines der Hauptprobleme ist die reine Fehlerkorrekturarbeit, die bei LTS-Versionen anfällt. Entwickler müssten ältere Versionen mit Patches versorgen, ohne diese umfassend und zuverlässig zu testen. Nate Graham, KDE-Entwickler, beschreibt diesen Prozess offen als unglücklich für das Team, da es weder Freude an der Arbeit mit älteren Fassungen noch ausreichend Tests ermöglicht. Ein weiterer Kritikpunkt ist die unvollständige Abdeckung des gesamten KDE-Ökosystems. Das LTS-Versprechen umfasste nur den Desktop Plasma selbst und nicht die zugehörigen Frameworks (KDE Frameworks) und die Anwendungssammlung (KDE Gears).
Der Begriff LTS selbst birgt zudem eine gewisse Unschärfe, da er unterschiedliche Erwartungen bezüglich der Stabilität hervorruft. Manche Nutzer interpretieren ihn als Garantie für extrem stabile Software, was dem aktuellen Modell nicht vollumfänglich entspricht.
Aus diesen Gründen favorisiert das KDE-Team nun einen anderen Ansatz. Anstatt LTS-Versionen zu pflegen, werden zukünftig alle Plasma-Versionen mit einem zusätzlichen sechsten Bugfix-Release versorgt, wodurch die Langlebigkeit und Stabilität verbessert werden. Parallel dazu wird über eine Reduzierung der jährlichen Release-Anzahl von drei auf zwei Versionen diskutiert. Diese neuen Veröffentlichungen würden dann wiederum einen längeren Zeitraum mit Bugfixes erhalten, was sowohl an den Zyklen von Distributionen wie Kubuntu und Fedora orientiert ist als auch die Stabilität erhöht. Dieses Konzept soll zuerst in detaillierter Diskussion auf der kommenden Akademy-Konferenz ausgearbeitet werden, bevor eine endgültige Umsetzung erfolgt.
Schlagwörter: LTS + Plasma + KDE
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