Mozilla hat den zentralen Entwicklungsfortschritt des Firefox-Browsers vom traditionellen Versionsverwaltungssystem Mercurial zu Git migriert und damit die Entwicklung zukünftig ausschließlich auf der Open-Source-Plattform GitHub zentralisiert. Der Wechsel, der am 30. April 2023 abgeschlossen wurde, signalisiert eine strategische Veränderung für das Projekt. Bereits im November 2022 hatte Byron Glob Jones, Senior Engineering Manager bei Mozilla, den bevorstehenden Schritt angekündigt, nachdem die Entwicklung zuvor zweigleisig mit beiden Systemen parallel verlief. Beide Systeme, sowohl Mercurial als auch Git, sind Open-Source-Software, wobei GitHub, die von Microsoft betriebene Plattform zur Verwaltung von Git-Projekten, zwar nicht quelloffen ist, aber dennoch ein Ort für Open-Source-Entwicklungszyklen geworden ist. Dieser Wechsel zu einer einheitlichen Entwicklungsplattform mit Git soll den für die Teams belastenden Overhead reduzieren, der sich aus dem parallelen Einsatz beider Systeme ergab. Jones betonte in seiner Ankündigung, dass diese Doppelbelastung insbesondere Teams stark belastete, die ohnehin bereits überlastet waren.
Obwohl die Entwicklung von Firefox nun zentral durch GitHub gesteuert wird, erfolgt die eigentliche Weiterentwicklung nicht direkt auf der Plattform. GitHub dient vielmehr als zentraler Repository-Standort. Es wird keine direkte Pull-Request-Verwaltung über GitHub implementiert, und das Team nutzt weiterhin Bugzilla, Lando und Phabricator für Reviews, Issues und Änderungen. Die Fortführung mit Phabricator ist bemerkenswert, da sein Entwickler Phacility die Arbeit an dem Projekt 2021 eingestellt hat. Allerdings existiert mit glandium (Mike Hommey) ein inoffizieller Guide zur Migration sowie detaillierte Erklärungen für den Wechsel von Mercurial zu Git und die Wahl von GitHub durch Hommey selbst in weiteren Blogbeiträgen. Dieser Trend zur Zentralisierung über GitHub lässt sich in anderen Open-Source-Projekten erkennen. Java beispielsweise benötigte mehrere Jahre, um von Mercurial zu Git auf GitHub zu migrieren, wobei der Prozess 2018 begann und erst 2020 endgültig abgeschlossen wurde. Auch die Compiler-Infrastruktur LLVM vollzog im Jahr 2019 einen ähnlichen Wechsel von Apache Subversion (SVN) zu GitHub.
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(pz)

