Die gefährlichen Tricks internationaler Diebesbanden: iPhones und Phishing im Visier

Professionelle internationale Diebesbanden haben neue Methoden entwickelt, um gestohlene iPhones lukrativ weiterzuverkaufen. Dabei spielen Phishing-Attacken eine entscheidende Rolle. Ein aktuelles Beispiel stammt aus Barcelona und illustriert diese Gefahr eindrucksvoll. Ein Kunde eines IT-Service-Anbieters wurde auf dem La Rambla Markt Opfer von Diebstahl, und sein iPhone wurde entwendet. Nach Sperrung des Gerätes und Kontaktaufnahme mit der Polizei konnte das Telefon anhand von Tracking-Informationen bis in ein bestimmtes Stadtviertel Barcelonas verfolgt werden. Überraschenderweise erhielt die Frau des Opfers kurze Zeit später eine SMS, angeblich von Apple, mit einem Link und der korrekten Gerätebezeichnung (iPhone 15 Pro Max). Die Nachricht suggerierte, dass über den Link die Lokalisierung des Gerätes möglich wäre.

Der Link führte zu einer perfekt gefälschten Kopie des Sperrbildschirms des iPhones im Browser, die nahezu ununterscheidbar vom Original war, abgesehen von kleinen Rechtschreibfehlern. Die Täter hofften vermutlich, dass der Nutzer in diesem Moment den echten PIN eingeben würde. Der Kunde, jedoch achtsam und mit Vorsicht handelnd, gab einen falschen Code ein, um die Angreifer weiter zu beschäftigen und eine Möglichkeit zu schaffen, dass sie online gehen und somit möglicherweise weiterverfolgbar wären. In den folgenden Tagen erreichten weitere SMS mit angeblichen Standortmeldungen und demselben Link den Empfänger, was die systematische Vorgehensweise der Diebe unterstrich.

Letztendlich konnte das gestohlene iPhone über die „Wo ist?“-Funktion in Shenzhen, China, aufgefunden werden, wo es vermutlich zerlegt wurde, um Einzelteile weiterzuverkaufen. Zumindest gelang es, die Daten auf dem Gerät aus der Ferne zu löschen. Der Fall verdeutlicht ein Phänomen: Diebe versuchen, nachträglich an die Geräte-PIN zu gelangen. In Shenzhen gibt es Gerüchte über Unternehmen, die sogenannte „iPhone-Recycling-Unternehmen“ sind und Nutzer erpressen. Sie kontaktieren den Eigentümer über die Kontaktdaten auf dem gesperrten Gerät und drohen mit dem Weiterverkauf des Smartphones an Hacker, falls der PIN nicht zur Verfügung gestellt wird, um das Gerät zu löschen. In Shenzhen soll sogar ein ganzes Haus voller solcher Unternehmen existieren, die auf die Entsperrung und Zerlegung geklauter Apple-Smartphones spezialisiert sind. Diese Entwicklungen zeigen den Opfern von Diebstahl deutlich, dass extreme Vorsicht geboten ist: Botschaften von Unbekannten dürfen nicht geglaubt werden, und verdächtige Links sollten niemals angeklickt werden, um sich vor weiteren Schäden zu schützen.

Schlagwörter: iPhone + Barcelona + La Rambla Markt

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  • 28. Mai 2025