Glasfaser statt Kupfer: Der umstrittene Weg zum digitalen Netz der Zukunft

Der Übergang von der analogen Kupferinfrastruktur zur modernen Glasfasertechnologie steht bevor, doch die konkreten Rahmenbedingungen für diesen Wechsel bleiben bis heute heftig umstritten. Die Glasfaserbranche drängt vehement auf einen Masterplan, der den Ausbau der Glasfasernetze beschleunigen soll. Doch wer konkret dafür verantwortlich sein sollte, sorgt in der Branche für erhebliche Uneinigkeit.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) betont zwar die Notwendigkeit eines zügigen Übergangs, hält aber gleichzeitig fest, dass ein plötzliches Abschalten der Kupfernetze nicht realisierbar ist. Ute Dreger, Leiterin des Gigabit-Ausbaus bei der BNetzA, erklärte dies auf der Anga Com: Der Markt sei zu dynamisch und die Voraussetzungen seien noch nicht geschaffen. Die Agentur sieht sich in erster Linie als moderierende Instanz und verweist auf das Telekommunikationsgesetz (TKG), das bereits die Verfahren zur Abschaltung von Kupfernetzen regelt.

Trotzdem ist der Tenor deutlich: Ein beherzteres Eingreifen seitens der BNetzA wird gefordert. Vertreter wie Cara Schwarz-Schilling vom WIK-Institut und Franziska Löw vom Verband für Glasfaser (VGF) plädieren für eine stärkere Akzentuierung der Rolle der Agentur. Sie argumentieren, dass die fortgesetzte Vermarktung von DSL-Anschlüssen die Migration auf moderne Netze behindert und fordern ein beherzteres Vorgehen, um den Wettbewerb auf Glasfasernetzen zu fördern.

Der Fokus liegt dabei auf Transparenz und einem frühzeitigen Abschluss der Kooperationen zwischen Netzbetreibern, um eine flächendeckende Auslastung der Glasfasernetze zu gewährleisten. Die Erfahrungen anderer europäischer Länder, die bereits ähnliche Übergänge erfolgreich hinter sich haben oder aktuell durchlaufen, dienen als Vorbild und unterstreichen die Dringlichkeit des Handelns in Deutschland.

Eine Gesetzesänderung sei dabei nicht notwendig, so Löw, sondern lediglich eine konsequente Anwendung der bestehenden Werkzeuge. Die Diskussionskultur zeigt deutlich: Der Weg von Kupfer zu Glasfaser ist komplex und erfordert abgestimmtes Handeln zwischen Gesetzgeber, Regulator und Netzbetreibern, um einen zügigen und effizienten Übergang zu ermöglichen.

Schlagwörter: Franziska Löw + BNetzA + Ute Dreger

Wie bewerten Sie den Schreibstil des Artikels?
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
  • 5. Juni 2025