Apple-Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) müssen sich in Zukunft auf Einschränkungen bei einigen Funktionen ihrer Geräte einstellen. Auf einer Veranstaltung der EU-Kommission in Brüssel signalisierte das Unternehmen deutlich, dass bestimmte Innovationen und Neuerungen zunächst oder gar nicht in den EWR gelangen werden. Anlass dafür sind die Interoperabilitätsbestimmungen des Digital Markets Acts (DMA), die Apple als potenziell bedrohlich für Datenschutz und Sicherheit einstuft.
Vor dem Hintergrund der DMA-Enforcement-Workshops äußerte sich Kyle Andeer, Apples Anwalt, und beschrieb die schwierige Lage: Bereits seien Entscheidungen zur Verzögerung oder sogar Absage der Einführung von angekündigten Produkten und Funktionen für EU-Kunden getroffen worden. Es gelte nun, Lösungen zu finden, um diese Innovationen trotzdem auf den EWR-Markt zu bringen.
Im Fokus stehen dabei konkret drei Funktionsbereiche in iOS und macOS, die auf einer Präsentationsfolie während der Veranstaltung verdeutlicht wurden. Ein zentraler Punkt ist die Weiterentwicklung von Apple Maps. Geplant waren automatische Listen mit besuchten Orten anhand des iPhone-Verhaltens sowie die Erkennung bevorzugter Pendelrouten mit vorausschauender Staustraßenausweichplanung und Alternativenvorschlägen. Diese Funktionen sind jedoch in der Beta-Version von iOS, wenn ein EWR-Account verwendet wird, nicht verfügbar. Apple hatte bereits im Vorfeld eine regionale Einschränkung angekündigt, wodurch diese Neuerungen zunächst nur in Nordamerika, Australien, Malaysia, Großbritannien und der Schweiz zugänglich sein werden.
Ein weiteres Beispiel ist die Integration von iPhone Live Activities in macOS, die automatisch in der Menüleiste erscheinen sollen. Diese Funktionalität steht in Zusammenhang mit dem bereits 2024 eingeführten iPhone-Mirroring, welches Apple bisher ebenfalls für EWR-Nutzer nicht freigeschaltet hat und dessen Einführung auf europäisches Wettbewerbsrecht verwiesen wurde.
Auch die Fernwartungsfunktion aus iOS 18 bleibt im EWR gesperrt. Diese ermöglicht es, iPhones und iPads über FaceTime aus der Ferne zu steuern, zum Beispiel um Familienangehörigen technischen Support zu bieten. Auch diese Funktion steht EU-Nutzern nicht zur Verfügung.
Die Einschränkungen verdeutlichen die Komplexität der Umsetzung des Digital Markets Acts und die Herausforderungen, denen sich globale Unternehmen wie Apple in dieser neuen regulatorischen Landschaft stellen müssen.
Schlagwörter: Apple Maps + EWR + iOS
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