Die intensiven Proteste gegen das Regime der Islamischen Republik Iran haben zu weitreichenden Maßnahmen geführt, darunter landesweite Internet-Blackouts und die Störung von Satellitendiensten wie Starlink. Dies geschieht in dem Versuch, die Koordination unter den Demonstranten zu verhindern und ihre Kommunikationswege zu untergraben. Angesichts dieser Herausforderungen greifen iranische Protestierende auf Offline-Kommunikations-Apps zurück, insbesondere Bitchat, Noghteha und Delta Chat. Diese Anwendungen nutzen Mesh-Netzwerke und Prinzipien des Cypherpunks, um eine Internetverbindung unabhängig zu ermöglichen und so die Kommunikation auch während Blackouts aufrechtzuerhalten.
Bitchat, entwickelt vom Bitcoin-Pionier Jack Dorsey und dem Open-Source-Entwickler Calle, basiert auf Bluetooth-Mesh-Netzwerken und dem Nostr-Protokoll. Unter der MIT-Lizenz veröffentlicht, ermöglicht dies globale Replikation, Prüfung und Anpassung in Situationen mit erhöhtem Risiko. Aus dieser Basis entstand Noghteha, eine Closed-Source-Abspaltung, die speziell für den iranischen Kontext entwickelt wurde. Sie bietet vollständige Persisch/Farsi-Unterstützung, eine optimierte Benutzeroberfläche und weitere kontextspezifische Funktionen. Entwickelt vom digitalen Aktivisten Nariman Gharib kurz vor dem Internet-Blackout, zielte Noghteha darauf ab, maximale Reichweite zu erzielen und Eingriffe des Regimes zu umgehen, während sie gleichzeitig mit der MIT-Lizenz von Bitchat kompatibel bleibt.
Die Verbreitung dieser Apps wurde durch den Einfluss von Iran International und Anweisungen des Oppositionsführers Reza Pahlavi maßgeblich unterstützt. Die Reichweite erhöhte sich zudem durch die Promotion im öffentlichen Diskurs. Experten warnen jedoch vor ausgefeilten Taktiken des iranischen Regimes. Ziya Sadr, Bitcoin-Forscher und ehemaliger politischer Gefangener, hebt Phishing-Angriffe, gefälschte Download-Links und den Missbrauch von Social Media Influencern hervor, um Nutzer in die Falle zu locken und bösartige App-Versionen zu verbreiten. Während Calle vor den Sicherheitsrisiken von Closed-Source warnt, zeigt das Beispiel Iran, wie Open-Source-Prinzipien Individuen durch Transparenz, Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Zensur stärken können – selbst wenn Closed-Source-Anpassungen gezielte Schutzmaßnahmen in feindlichen Umgebungen bereitstellen.
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