Chinesische Behörden ergreifen Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Souveränität des Landes und veranlassen große chinesische Unternehmen, IT-Sicherheitslösungen bestimmter ausländischer Anbieter zu meiden. Der Fokus liegt dabei auf Software von US-amerikanischen, israelischen und französischen Firmen, grundsätzlich unter dem Argument nationaler Sicherheitsbedenken. Die Sorge besteht, dass tief in Unternehmensnetzen verankerte Sicherheitssysteme heimlich Daten sammeln und ins Ausland exportieren könnten, wodurch eine potenzielle Gefahr für die chinesische Datenhoheit entsteht. Diese Maßnahmen werden zwar aktuell nicht öffentlich kommuniziert, deuten aber auf ein ambitioniertes Ziel Pekings hin: die vollständige Kontrolle über den digitalen Raum innerhalb Chinas.
Diese Entscheidung trifft in einem komplexen Kontext, in dem einige der betroffenen Unternehmen in der Vergangenheit durch IT-Sicherheitsvorfälle in anderen Ländern für kriminelle Aktivitäten in China verantwortlich gemacht wurden. Diese Anschuldigungen könnten eine zusätzliche Begründung für die chinesischen Behörden darstellen, um den Einfluss dieser Firmen einzuschränken und ihre Daten sicherer zu halten. Es wird vermutet, dass mehr als ein Dutzend Unternehmen betroffen sind, darunter prominente Namen wie Fortinet, Palo Alto Networks und VMware (alle US-amerikanisch) sowie Check Point aus Israel. Alle diese Firmen unterhalten eigene Niederlassungen in China, was die Relevanz dieser Entscheidung für den chinesischen Markt verdeutlicht.
Zusätzliche Quellen nennen Imperva (Tochter des französischen Thales-Konzerns), Claroty, CrowdStrike, McAfee, Recorded Future, Rapid7, SentinelOne sowie die Alphabet-Töchter Mandiant und Wiz (USA) und auf israelischer Seite Orca Security, Cato Networks und CyberArk (sowohl CyberArk als auch Palo Alto Networks stehen in Verbindung durch eine bevorstehende Übernahme).
Broadcom, der Eigentümer von VMware, wurde um Stellungnahmen bezüglich des Falls und der Auswirkungen auf die Beteiligung in China kontaktiert, blieb aber wie die meisten betroffenen Unternehmen bis dato ohne öffentliche Erklärung. Diese Vorgehensweise der chinesischen Behörden unterstreicht die Komplexität des internationalen digitalen Geschäfts sowie die wachsende Bedeutung von Datensicherheitskonzepten im globalen Wettbewerb.
Schlagwörter: China + Palo Alto + CyberArk
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