Defekte am AMD Ryzen 7 9800X3D: Asus-Mainboards im Visier der Fehleranalyse

Die jüngsten Meldungen über Defekte am AMD Ryzen 7 9800X3D, einem Desktop-Gaming-Prozessor, haben ein erneutes Thema der Diskussion im IT-Bereich geschaffen. Während Asrock im vergangenen Jahr als Fokus für diese Probleme in den Mittelpunkt rückte, sehen wir nun einen Anstieg an Meldungen, die Asus-Mainboards als potenzielle Ursachen in Verbindung mit dem Ryzen 7 9800X3D einbeziehen.

Die Berichte konzentrieren sich auf drei spezifische Modelle von Asus-Mainboards: das Crosshair X870E Hero, das ROG Strix X870E-E Gaming und das TUF B850M-Plus Wifi. Ein charakteristisches Merkmal dieser Fälle ist die Anzeige des Fehlercodes 00 durch die Debug-LEDs auf den betroffenen Mainboards, was oft als Indikator für Prozessorfehler interpretiert wird. Bereits Anfang 2025 gab es vereinzelte Vorkommnisse von defekten Ryzen 7 9800X3D-CPUs auf Asus-Mainboards; jedoch blieb die Häufigkeit bis dahin gering. Allerdings nahm die Zahl der Berichte bis zum Frühling 2025 deutlich zu, wobei ein Reddit-Nutzer über 150 dokumentierte Fälle zusammengetragen hatte, darunter 130 mit Asrock- und 20 mit Asus-Mainboards.

Die besondere Anfälligkeit des Ryzen 7 9800X3D und anderer X3D-Prozessoren gegenüber Spannungsänderungen und Hitzeentwicklung lässt sich auf die Architektur zurückführen. Die Stapelung von Compute-Chiplets mit CPU-Kernen und Cache-Chiplets, wie es bei den X3D-Modellen der Fall ist, führt zu einer erhöhten Empfindlichkeit. Im Vergleich zu vorherigen Generationen, bei denen die Cache-Chiplets über den CPU-Kernen platziert waren, befindet sich die Anordnung in der 9000er-Serie erstmals unterhalb der Kerne. Die hohe Verkaufszahl des Ryzen 7 9800X3D unterstreicht somit die Aufmerksamkeit, die Probleme an diesem Modell erfordern.

Ein häufiger Faktor in den Berichten über Defekte ist die Nutzung von Extended Profiles for Overclocking (EXPO) im Arbeitsspeicher. Es besteht die Vermutung, dass Mainboards hier zu hohe Spannungen anlegen, was potenziell Schäden verursacht. Bereits im vergangenen Sommer kritisierte AMD Mainboard-Hersteller für nicht eingehaltene Empfehlungen hinsichtlich der EXPO-Funktionalität. Eine Degradation des Siliziums, die erst nach Monaten oder Jahren sichtbar wird, könnte ebenfalls eine Rolle spielen.

Asus hat reagiert und die Problematik bestätigt, indem sie an den betroffenen Mainboardmodellen Aktualisierungen zur Verbesserung der Spannungskontrolle im Zusammenhang mit EXPO implementiert haben. Diese Maßnahmen sollen helfen, die Fälle von Defekten zu reduzieren und die Stabilität des Systems zu verbessern. Zukünftige Untersuchungen werden wahrscheinlich tiefer in die Ursachen der Probleme eindringen und zielgerichtete Lösungen für eine zuverlässigere Performance bieten. Die Situation unterstreicht die Notwendigkeit kontinuierlicher Zusammenarbeit zwischen Hardware-Herstellern und Entwicklern, um optimale Systemstabilität auch bei fortschrittlichen Technologien wie X3D-Prozessoren zu gewährleisten.

Schlagwörter: AMD + EXPO + Asrock

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  • 23. Januar 2026