Die Europäische Kommission hat Google eine klare Botschaft geschickt: Der technokratische Gigant muss seine Monopole im Android-Ökosystem lockern und den Wettbewerb fördern. Unter dem Dach des Digital Markets Act (DMA), der im Jahr 2023 in Kraft getreten ist, gelten Google und dessen Plattformen als „Gatekeeper“ – digitale Türsteher mit immenser Macht über den Zugang zu Nutzerdaten, App-Distribution und Suchfunktionen.
Aufgrund dieser Dominanz hat die Kommission Google eine Frist von sechs Monaten gesetzt, innerhalb derer der Konzern technische Barrieren für KI-Assistenten von Wettbewerbern auf Android abbauen muss. Diese Hindernisse könnten in Form von fehlender API-Zugänglichkeit, ungünstiger Platzierung in Benutzeroberflächen oder sogar gezielten Einschränkungen bei den Datenzugriffen für KI-Modelle existieren. Die Kommission erwartet damit eine offene und faire Umgebung für KI-Spezialisten, die Alternativen zu Googles eigenem Sprachassistenten, Google Assistant, anbieten wollen.
Zusätzlich zu diesen KI-Assistenten-Hürden soll Google auch zentrale Suchdaten für andere Suchmaschinenanbieter offenlegen. Dies zielt darauf ab, das Suchanzeigen- und Ranking-Ökosystem weniger abhängig von Googles eigener Suchmaschine zu machen. Durch den transparenten Zugang zu relevanten Daten sollen alternative Suchmaschinen die Möglichkeit erhalten, effektiver zu konkurrieren und den Nutzern eine breitere Auswahl an Suchergebnissen zu bieten.
Die EU-Aufsichtsbehörden werden diese Maßnahmen genau beobachten und prüfen, ob Google die Vorgaben des DMA tatsächlich einhält und Wettbewerber auf Android fair behandelt. Die kommenden sechs Monate sind entscheidend für die Umsetzung dieser Richtlinien. In diesen Zeitraum fallen sogenannte „Präzisierungsverfahren“, die den formellen Dialog zwischen der Kommission und Google strukturieren. Ziel ist es, konkrete Schritte und Lösungsansätze für die Einhaltung des DMA zu definieren.
Innerhalb dieses Zeitrahmens wird die Kommission in spätestens drei Monaten Google vorläufige Beurteilungen und einen Entwurf für notwendige Maßnahmen vorlegen. Um Transparenz zu gewährleisten, werden nicht vertrauliche Zusammenfassungen dieser vorläufigen Beurteilungen sowie der vorgeschlagenen Maßnahmen öffentlich zugänglich gemacht. Dritte sollen zudem die Gelegenheit haben, Stellung zu nehmen und somit aktiv am Prozess der Regulierung mitzuwirken.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Google den Weg des offenen Wettbewerbs einschlagen wird oder weiterhin versucht, seine dominante Position aufrechtzuerhalten. Die EU-Kommission signalisiert klar ihre Absicht, die digitale Landschaft fairer und wettbewerbsfähiger zu gestalten, auch wenn dies bedeutet, etablierte Strukturen zu verändern.
Schlagwörter: Google Assistant + Google + DMA
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