Die Nachfrage nach IT-Fachkräften hat im vierten Quartal 2025 einen weiteren Rückgang verzeichnet und bestätigt damit den seit Jahresbeginn sichtbaren Trend. Laut dem Fachkräfte-Index des Personaldienstleisters Hays sank die Zahl der Stellenangebote für IT-Profis auf rund 67.500, was einem Minus von sieben Prozent gegenüber dem vorherigen Quartal und sogar 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Die markante Abwärtsspirale führt den Markt deutlich weg von den Werten über 100.000 Jobangeboten, die Hays zwischen Anfang 2023 und Mitte 2024 registrierte.
Dieser Rückgang betrifft jedoch nicht alle IT-Bereiche gleichermaßen. Während einige Spezialisierungen wie Softwareentwicklung, SAP, IT-Architektur, Automatisierung und KI/Data weiterhin eine stabile Nachfrage verzeichnen, zeigen andere Bereiche deutliche Einschnitte. Dieser Selektivitäts-Effekt spiegelt die strategische Ausrichtung vieler Unternehmen wider: Sie konzentrieren ihre Investitionen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit verstärkt auf digitale Kernkompetenzen, um Wettbewerbsfähigkeit und Innovation langfristig zu sichern.
Der strukturelle Bedarf an IT-Fachkräften wird durch Faktoren wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung weiter gestützt. Andreas Sauer, Bereichsleiter Technology bei Hays, betont: „Unternehmen reduzieren zwar ihre Einstellungsvolumina, verzichten aber nicht auf kritische IT-Kompetenzen.“ Diese gezielte Ansprache essentieller Fachprofile unterstreicht die Bedeutung von KI, Datenanalyse und Automatisierung für zukünftige Geschäftsmodelle.
Der breitere Arbeitsmarkt befindet sich indes in einer herausfordernden Phase. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) spricht im Januar 2026 von einem „Arbeitsmarkt ohne Kraft“ und sieht keinen klaren Aufschwung angesichts der weiterhin deutlichen Verluste in der Industrie. Die Bundesregierung rechnet für das Jahr 2026 zwar mit einem Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent, doch dies ist ein deutlich niedrigerer Ausblick als die ursprünglich optimistischen Prognosen. Das zeigt die Unsicherheit und Komplexität der wirtschaftlichen Lage, die auch den Arbeitsmarkt beeinflussen wird.
Obwohl sich 2026 neue Impulse für den IT-Sektor mit einem möglichen Wirtschaftsanhebungsversuch entwickeln können, bleibt die gegenwärtige Situation geprägt von Zurückhaltung und Fokus auf strategische Investitionen. Die Zukunft der IT-Beschäftigung hängt somit eng mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Fortsetzung digitaler Transformationsprozesse in Unternehmen zusammen.
Schlagwörter: Hays + KI + Mitte
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