Chile startet Latam-GPT: Das Open-Source-Sprachmodell für Lateinamerika

Chile hat mit Latam-GPT ein Open-Source-Sprachmodell für künstliche Intelligenz lanciert, das speziell für die Bedürfnisse Lateinamerikas entwickelt wurde. Dieses Modell dient der Stärkung digitaler Souveränität und der Reduktion von KI-Voreingenommenheit, während gleichzeitig lokale Innovationen gefördert werden sollen. Im Unterschied zu Modellen, die primär auf englischsprachigem Material trainiert sind, fokussiert sich Latam-GPT auf lateinamerikanische Daten und Sprachen, um eine präzisere und relevantere Leistung für die Region zu gewährleisten. Dadurch soll das Modell kulturelle und sprachliche Eigenheiten besser widerspiegeln und somit eine indigenous-sensitive KI-Entwicklung ermöglichen.

Die Initiative, geleitet vom chilenischen Nationalen Zentrum für Künstliche Intelligenz (CENIA) in Kooperation mit über 30 Institutionen aus acht Ländern Lateinamerikas, wurde über zwei Jahre hinweg aufgebaut. Präsident Gabriel Boric hebt die strategische Bedeutung von Latam-GPT hervor, da künstliche Intelligenz eine der wichtigsten technologischen Entwicklungen unserer Zeit ist und Lateinamerika eine aktive Rolle in diesem Bereich spielen muss. Ein zentrales Anliegen ist es, die bestehende Dominanz großer Technologieunternehmen aus dem globalen Norden zu hinterfragen und Lateinamerika eine eigenständige Stimme im KI-Bereich zu verleihen.

Latam-GPT zeichnet sich durch den Einsatz von lateinamerikanischen Daten aus, die zuvor nicht online verfügbar waren und somit in bestehenden Modellen fehlen. Diese Datenbasis ermöglicht ein präziseres Verständnis regionaler Sprachnuancen, kultureller Referenzen und spezifischer Sachverhalte, was zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit im Kontext Lateinamerikas führt. Geführt von Rodrigo Durn, Geschäftsführer von CENIA, wurde das Modell mit über acht Terabyte an regionalen und synthetischen Daten trainiert und unterstützt derzeit Spanisch und Portugiesisch, wobei die Integration weiterer indigener Sprachen geplant ist.

Die Entwicklung der ersten Version erfolgte auf der Plattform AWS; zukünftig soll das Training jedoch auf einem leistungsstarken Supercomputer mit 4,5 Millionen Kernen an der Universität von Tarapacá erfolgen. Mit einer vergleichsweise niedrigen Investitionssumme von lediglich 550.000 US-Dollar, finanziert durch CENIA und die CAF, bietet Latam-GPT eine kostengünstige und kollaborative Alternative zu den Systemen großer Technologieunternehmen. Dadurch gewinnt Lateinamerika mehr Autonomie in der Entwicklung, Regulierung und Innovation im Bereich künstlicher Intelligenz.

Schlagwörter: Lateinamerikas + Latam-GPT + CENIA

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  • 11. Februar 2026