Chipindustrie vor Materialengpass: Nittobo und Ajinomoto im Fokus für 2026

Die Chipindustrie steht vor einem potenziellen Engpass bei Materialien für Chipträger, auch Packages genannt, der bereits im Jahr 2026 seinen Höhepunkt erreichen könnte. Im Zentrum dieses Problems stehen Unternehmen wie der japanische Zulieferer Nitto Boseki, auch Nittobo genannt, und Ajinomoto, ein Hersteller organischer Materialien. Ihre Produkte sind essentiell für die Herstellung stabiler und leistungsfähiger Chipträger, die den wachsenden Anforderungen der modernen Elektronik gerecht werden müssen.

Nittobo produziert sogenanntes T-Glas, ein extrem dünnes Glasgewebe, das so flexibel ist, dass es wie eine Folie aufgewunden werden kann. Dieses Material ist entscheidend für die Stabilisierung von Chipträgern und verhindert, dass sich diese unter der Hitzeentwicklung von leistungsstarken Prozessoren verbiegen oder gar reißen. Gerade in High-End-Anwendungen wie Grafikkarten (GPUs), die innerhalb kurzer Zeit von Raumtemperatur auf über 100 Grad Celsius erhitzen können, ist diese Stabilität unerlässlich. Der niedrige thermische Ausdehnungskoeffizient des T-Glases verhindert Deformationen und gewährleistet somit zuverlässige Funktion und Langlebigkeit.

Auch Ajinomoto spielt eine wichtige Rolle mit organischen Materialien, die ebenfalls in der Herstellung von Chipträgern zum Einsatz kommen. Die potenzielle Knappheit dieser Materialien könnte zu einem Engpass führen, der am stärksten die PC-Hardwarebranche treffen würde. Branchenriesen wie Nvidia, die sich verstärkt auf KI-Beschleuniger mit hohen Margen konzentrieren, könnten aufgrund ihrer finanziellen Stärke bevorzugt an verfügbare Chipträger gelangen. Serverprozessoren, die ebenfalls immer komplexere und größere Träger erfordern, wären ebenfalls betroffen. Während Preissteigerungen zwar möglich sind (Analysten sprechen von etwa 25 Prozent), erscheint die generelle Verfügbarkeit das entscheidendere Problem. Auch wenn sich diese Preiserhöhungen in geringen Cent-Beträgen oder wenigen Euro bewegen würden, könnten Engpässe Lieferketten unterbrechen und die Produktion empfindlich behindern.

Die wachsende Bedeutung von Nittobos T-Glas ist bereits im Markt sichtbar: Seit Sommer 2025 hat sich der Börsenwert des Unternehmens verdreifacht. Anleger haben die strategische Wichtigkeit dieses Materials frühzeitig erkannt und investiert. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich das Spannungsfeld zwischen Bedarf und Verfügbarkeit von Chipträgermaterialien entwickelt und welche Auswirkungen dies auf die gesamte Elektronikindustrie haben wird.

Schlagwörter: Nittobo + Nitto Boseki + Ajinomoto

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  • 12. Februar 2026