Die Gerüchteküche brodelt seit einiger Zeit über mögliche neue Applikationen im Apple-Ökosystem, und insbesondere ein Vorstoß in das Feld der Datenbanken könnte kurz bevorstehen. Daten aus der Europäischen Union deuten darauf hin, dass Apple im Herbst 2023 die kanadische Firma Kuzu, Entwicklerin eines graphenbasierten Datenbanksystems, übernommen hat. Diese Information wurde durch Einblicke in EU-Dokumente von AppleInsider bekannt. Gleichzeitig verschwand das GitHub-Repository von Kuzu und erhielt einen Archivstatus, datiert auf Oktober 2025, was weitere Nahrung für Spekulationen liefert. Kuzu hatte eine Embedded-Datenbanktechnik entwickelt, die laut eigenen Angaben für Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Nutzerfreundlichkeit optimiert war. Die Technologie zeichnet sich durch einen anderen Ansatz im Vergleich zu herkömmlichen relationalen Datenbanken aus: Sie basiert auf Graphdatenstrukturen. Diese erlauben es, komplexe Beziehungen zwischen Datenpunkten direkt darzustellen und abzubilden, was in Bereichen wie Wissensgraphen oder Netzwerkanalyse von großem Vorteil ist.
Obwohl Apple seit Jahrzehnten mit FileMaker Pro über Claris bereits ein Produkt im Bereich Datenbanken anbietet, wurde dieses bisher nicht als typische Apple-Technologie vermarktet. Claris, seit 1987 Teil des Apple-Universums, entwickelt und veröffentlicht weiterhin Software, zuletzt Version 22 im vergangenen Jahr. Bemerkenswert ist die Cross-Plattformfähigkeit von FileMaker Pro, die es auch unter Windows und in der Serverversion sogar unter Linux (Ubuntu) ermöglicht.
Im Online-Diskussionsforum Reddit wurde ein Posting zum Status von Kuzu, damals als Inc. firmierend, entfernt, wobei dort ebenfalls spekuliert wurde, dass die Firma übernommen worden sei. Der Fokus liegt dabei auf einem sogenannten Acqui-Hire-Modell, bei dem Unternehmen vor allem wegen ihrer Expertise und Talente akquiriert werden, anstatt primär wegen finanzieller Rentabilität. Ein ähnliches Szenario hatte sich bei der Übernahme von Prompt AI ereignet, wobei die finanzielle Attraktivität für frühere Investoren offenbar gering blieb. Wie es bei Kuzu aussah, ist aktuell unklar. Apple hat kürzlich auch eine deutlich größere Transaktion bekanntgegeben: Die israelische Firma Q.AI wurde für rund zwei Milliarden US-Dollar erworben. Ihr Geschäftsmodell basiert auf KI-gestützter Spracherkennung, die selbst leise Aussprachen erfassen kann. Diese Entwicklungen deuten auf Apples intensiven Fokus auf Technologien und strategische Akquisitionen hin, die das zukünftige Portfolio des Unternehmens prägen könnten.
Schlagwörter: Kuzu + Apple + FileMaker Pro
Wie bewerten Sie den Schreibstil des Artikels?
