Die globale Chipkrise, die vor allem durch den Boom von KI und GPUs initiiert wurde, hat sich nun zu einer weitreichenden Hardware-Krise entwickelt, die nahezu alle Bereiche des Marktes erfasst, vom Wafer über Enterprise-Festplatten (HDDs) bis hin zu klassischen externen Speicherlösungen für den Retail-Bereich. Was zunächst als Knappheit bei Grafikprozessoren und Speicherchips sichtbar wurde, hat sich nun auf klassische Festplatten übertragen – ein Phänomen, das von steigenden Preisen und Lieferengpässen geprägt ist.
Kernstück dieser Verschiebung sind die immensen Datenmengen, die durch generative KI-Modelle und vor allem deren Inferenz-Workloads erzeugt werden. Diese benötigen kostengünstige, aber dennoch schnelle Speicherlösungen, wodurch Nearline-HDDs ins Rampenlicht geraten. Nearline steht für Datenbestände, die nicht kontinuierlich abgefragt, aber jederzeit verfügbar sein müssen, wie beispielsweise Backup-Daten oder historische Aufzeichnungen. Der anhaltende KI-Boom treibt eine beispiellose Nachfrage nach diesen Kapazitäten, was zu einer Verknappung führt und Cloud-Provider dazu zwingt, alternative Speicherstrategien zu erörtern.
Eine dieser Lösungen ist der Umstieg auf hochkapazitive Enterprise-SSDs mit QLC-Basis, was wiederum die bereits angespannte NAND-Flash-Nachfrage zusätzlich befeuert. Experten wie TrendForce prognostizieren nicht nur einen Anstieg der NAND-Vertragspreise um 5 bis 10 %, sondern sogar ein unterversorgtes Flash-Marktbild für das Jahr 2026, angetrieben durch eine Kombination aus gedrosselter Produktion in der Vergangenheit, einer Verschiebung hin zu profitableren Produkten und dem kontinuierlichen KI-Investitionszyklus.
Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind bereits spürbar. Hersteller wie Western Digital haben ihre HDD-Preise über das gesamte Portfolio angehoben und warnen offiziell vor beispielloser Nachfrage. Für Endkunden bedeutet dies eine kurzfristige Preissteigerung sowie Lieferverzögerungen bei externen Festplatten und NAS-Modellen. Wer größere Speicheraufrüstungen bis 2026 plant, sollte die Preise und Verfügbarkeit im Auge behalten und frühzeitig handeln, um nicht von den Engpässen überrascht zu werden. Die Chipkrise hat sich somit zu einer umfassenden Hardware-Krise entwickelt, die den gesamten Markt nachhaltig beeinflusst und für Unternehmen sowie Endkunden neue Herausforderungen aufzeigt.
Schlagwörter: KI + GPUs + TrendForce
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