Europäisches Parlament deaktiviert KI-Funktionen: Ein Schritt für mehr Datensicherheit

Das Europäische Parlament hat in letzter Zeit eine Entscheidung getroffen, die Einblicke in die wachsende Bedeutung des Datenschutzes und der Cybersicherheit im digitalen Zeitalter bietet: Die integrierten KI-Funktionen auf den dienstlichen Geräten von Abgeordneten und Mitarbeitern wurden deaktiviert. Hintergrund dieser Maßnahme sind Bedenken hinsichtlich der Sicherheit sensibler Daten sowie der Einhaltung strenger Datenschutzbestimmungen. Eine interne Bewertung durch die IT-Abteilung des Parlaments ergab, dass eine vollständige Gewährleistung der Datensicherheit im Zusammenhang mit diesen KI-Features derzeit nicht sichergestellt werden kann. Im Fokus stehen dabei vor allem Tablets und Smartphones, die vom Parlament als Arbeitsgeräte bereitgestellt werden. Auf diesen Geräten wurden diverse eingebaute KI-Funktionalitäten abgeschaltet, darunter Schreib- und Zusammenfassungsassistenten, erweiterte virtuelle Assistenten sowie automatische Inhalts- und Webseitenzusammenfassungen. Diese Funktionen nutzen oft Cloud-Dienste, um Texte zu analysieren, Inhalte zu generieren oder Informationen strukturiert aufzubereiten.

Technisch gesehen ist die größte Sorge der IT-Abteilung darin begründet, dass bestimmte Aufgaben, die lokal auf dem Gerät verarbeitet werden könnten, stattdessen über externe Server abgewickelt werden. Daten verlassen somit das Endgerät und gelangen an Cloud-Infrastrukturen, wo sie analysiert und verarbeitet werden. Die genauen Datenmengen und -arten, die dabei an die jeweiligen Dienstleister fließen, sind allerdings noch nicht abschließend geklärt. Solange diese Fragen offen bleiben, gilt es aus Sicherheitsgründen, die betroffenen Funktionen vollständig zu deaktivieren. Es ist zu betonen, dass grundlegende Arbeitsanwendungen wie E-Mail-Programme, Kalender, Dokumentenbearbeitung oder andere produktive Standardwerkzeuge nicht von dieser Maßnahme betroffen sind und weiterhin wie gewohnt auf den Geräten der Abgeordneten und ihrer Teams laufen. Die Deaktivierung betrifft ausschließlich KI-gestützte Zusatzfunktionen, die Inhalte automatisiert analysieren oder generieren.

Diese Entscheidung des Europäischen Parlaments spiegelt einen größeren Trend wider: die verstärkte Fokussierung auf Datensicherheit und Cybersicherheit innerhalb der Europäischen Union. In den vergangenen Jahren wurden Richtlinien im Bereich Datensicherheit und der Nutzung externer Softwareanbieter mehrfach überarbeitet und angepasst. Ein Beispiel dafür ist die bereits 2023 angeordnete Sperre der Nutzung von TikTok auf den Geräten von EU-Mitarbeitern und Abgeordneten aufgrund von Sicherheitsbedenken. Auch die Reduzierung von Abhängigkeiten von außereuropäischen Technologieanbietern gewinnt zunehmend an Bedeutung, um die Souveränität und Kontrolle über wichtige Dateninfrastrukturen innerhalb der EU zu stärken.

Die Deaktivierung der KI-Funktionen im Europäischen Parlament stellt somit nicht nur eine pragmatische Sicherheitsmaßnahme dar, sondern auch ein klares Signal für den Wandel hin zu einem datenschutzsensibleren und sichereren digitalen Umfeld in Europa.

Schlagwörter: TikTok + EU + Europa

Wie bewerten Sie den Schreibstil des Artikels?
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
  • 17. Februar 2026