Miniaturisierte QR-Codes auf Glas: Die Zukunft der Langzeitarchivierung

Die Technische Universität Wien kooperiert seit einiger Zeit mit dem Münchner Unternehmen Cerabyte an einer Lösung für die Langzeitarchivierung von Daten: der Speicherung von Informationen auf speziell beschichteten Glasplatten. Dieser Ansatz verspricht enorme Stabilität und Langlebigkeit, da Glas gegenüber chemischen und physikalischen Einflüssen besonders robust ist. Im Laboralltag setzen die Forscher zunächst QR-Codes ein, die sich aufgrund ihrer einfachen Auslesbarkeit als perfekte Werkzeuge erweisen. Ein Mitglied des Forschungsteams hatte die Idee, den kleinsten jemals erstellten QR-Code zu entwickeln, um die Grenzen dieser Technologie weiter auszuloten. Der damalige Weltrekord lag bei einem Code mit einer Kantenlänge von über 2 Mikrometern. Die Wiener Forscher stellten nun einen neuen Rekord auf, indem sie mit fokussierten Ionenstrahlen einen QR-Code mit einer Kantenlänge von rund 1,4 Mikrometern in eine mit Chromnitrit beschichtete Glasplatte frästen. Die einzelnen Punkte dieses Mini-QR-Codes sind kaum 50 Nanometer breit – so klein, dass sie weder mit bloßem Auge noch mit sichtbarem Licht einsehbar sind. Nur unter einem Elektronenmikroskop ist der Code erkennbar und auslesbar. Stellen Sie sich vor, eine ganze DIN-A4-Seite wäre mit solchen miniaturisierten QR-Codes übersät: Die Speicherkapazität würde über 2 Terabyte erreichen! Cerabyte nutzt aktuell einen Femtosekundenlaser zur Auslesung dieser winzigen Codes, unterstützt von einer hochauflösenden Kamera. Diese Technologie verspricht eine Zukunft der Datenarchivierung, in der Informationsspeicher über Jahrtausende hinweg stabil und sicher bewahrt werden können – ein entscheidender Schritt für die digitale Nachwelt.

Schlagwörter: Wien + Cerabyte + Glas

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  • 17. Februar 2026