Google unter Beschuss: Zentrale Registrierung für Android-Apps sorgt für Aufregung

Google steht unter heftiger Kritik, da das Unternehmen vorhat, die Installation von Apps auf zertifizierten Android-Geräten zukünftig an eine zentrale Registrierung der Entwickler zu koppeln. Dieser Plan sorgt für großen Unmut in der Open-Source-Community und der Zivilgesellschaft, die einen möglichen Bruch des offenen Android-Ökosystems befürchten. Ein offener Brief, unterzeichnet von namhaften Akteuren wie dem Chaos Computer Club, der Free Software Foundation, Tuta, Vivaldi Browser-Entwicklern und Codeberg, adressiert direkt Google und fordert die Rücknahme der Registrierungspflicht.

Kernpunkt der Kritik ist die Gefahr, dass sich Google durch diese Entwicklerüberprüfung zum Torwächter fremder Distributionskanäle aufschwingt. Wer seine Apps über eigene Websites, alternative App-Stores, Unternehmensvertriebssysteme oder vergleichbare Wege vertreibt, müsste zukünftig Googles Genehmigung über einen obligatorischen Verifizierungsprozess einholen. Dies beinhaltet die Zustimmung zu Geschäftsbedingungen, eine Gebühr und sogar das Hochladen von Identifikationsdaten.

Die befürchteten Folgen sind vielfältig: eingeschränkte Freiheit für Entwickler, erhöhte Komplexität bei der App-Distribution und letztlich eine Erosion der Open-Source-Philosophie, auf der Android basiert. Die Sorge ist groß, dass Google durch diese Maßnahme Kontrolle über den App-Markt erlangt und die Vielfalt an Alternativen reduziert.

Zusätzlich wird bemängelt, dass Google bisher keine transparente Darstellung des geplanten fortschrittlichen Ablaufs vorgelegt hat, obwohl Versprechen im Hinblick auf frühzeitiges Feedback gegeben wurden. Codeanalysen deuten jedoch auf Warnmeldungen bei der Installation unverifizierter Apps sowie auf eine für die Überprüfung notwendige Internetverbindung hin. Ohne diese Verbindung wäre die Installation nicht möglich oder würde mit einer entsprechenden Warnung begleitet.

Obwohl die neuen Hürden erst ab 2026 schrittweise in Europa eingeführt werden sollen, beginnt die Beschränkung bereits im September 2026 in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand für anonyme Apps. Die Verifizierung soll bereits ab März 2026 für alle Entwickler verfügbar sein. Diese Vorgehensweise verstärkt den Eindruck, dass Google mit dieser Maßnahme das bestehende Ökosystem kontrollieren und zentralisieren möchte, was zu wachsendem Widerstand in der Community führt. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie Google die Kritik adressiert und ob ein Kompromiss gefunden wird, der sowohl die Sicherheit von Android als auch die offene und freie Natur des Systems gewährleistet.

Schlagwörter: Google + Tuta + Vivaldi

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  • 25. Februar 2026