FTC setzt neue Maßstäbe im Kinderschutz: Altersverifizierung statt COPPA-Verstoß

Die Federal Trade Commission (FTC) setzt neue Akzente im Kampf um den Schutz von Kindern im digitalen Raum. Statt eines konsequenten Verstoßes gegen das Children’s Online Privacy Protection Act (COPPA), das in erster Linie kommerziellen Websites vorschreibt, elterliche Zustimmung für die Datenverarbeitung von unter 13-Jährigen einzuholen, bietet die FTC nun eine alternative Route: die forcierte Nutzung von Technologien zur Altersverifizierung.

Die Begründung: Diese Technologien könnten ein entscheidender Faktor im Schutz von Kindern online sein, so Christopher Mufarrige, Leiter der FTC. Die Kommission argumentiert, dass durch die Integration solcher Systeme Websites zuverlässiger das Alter ihrer Nutzer feststellen können und somit unnötige Datenverarbeitung von Minderjährigen vermieden wird.

Diese neue Ausrichtung stößt auf positives Echo bei Vertretern der Industrie und einigen Datenschutzorganisationen, die das Potenzial dieser pragmatischen Lösung für einen effektiveren Schutz junger Nutzer erkennen. Gleichzeitig heben Kritiker wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) die gravierenden Risiken hervor, die mit der Datensammlung im Rahmen von Altersüberprüfungen einhergehen.

Bisherige Vorfälle, etwa das Datenleck bei Discord, demonstrieren laut EFF die Verletzlichkeit solcher Systeme und die Gefahr des Missbrauchs sensibler Nutzerdaten. David Greene, Rechtsberater der EFF, sieht in dieser FTC-Politik eine Vernachlässigung der Privatsphäre und der digitalen Rechte junger Menschen.

Trotz des Vorbehalts bleibt die neue politische Erklärung der FTC ein wichtiges Signal. Sie unterstreicht die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit Altersverifizierungstechnologien, der umfassend gegen Datenmissbrauch und unzureichende Datensicherheit abgesichert ist. Die Kommission signalisiert zudem ihren Willen, diese Praxis langfristig zu etablieren, indem sie die zugrunde liegende Regel überarbeitet, um explizit Mechanismen zur Altersverifizierung einzubauen.

Die politische Erklärung gilt bis zu ihrem Widerruf oder der Veröffentlichung einer aktualisierten Regelversion, die die Formulierungen zu Technologien zur Altersverifizierung modifiziert. Diese Entwicklung nimmt zentrale Bedeutung im Diskurs um den digitalen Schutz von Kindern ein und wird maßgeblich Einfluss auf zukünftige Praktiken und regulatorische Entscheidungen haben.

Schlagwörter: FTC + EFF + COPPA

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  • 26. Februar 2026