Biomemory: Die DNA-Revolution im Datenlager – Wie molekulare Bausteine die Zukunft der Datenspeicherung gestalten

Die Zukunft des Datenlagers rückt immer näher an die Form eines molekularen Bausteins: DNA. Das französische Unternehmen Biomemory ist bestrebt, dieses revolutionäre Speichermedium in den Rechenzentren der Welt zu etablieren und hat dazu mit der Übernahme von Technologien des US-Unternehmens Catalog Technologies einen entscheidenden Schritt gewagt. Schon 2026 sollen kommerzielle Lösungen verfügbar sein, die Nachhaltigkeit, Sicherheit und Langlebigkeit im Vergleich zu klassischen Speichern bieten. Biomemory setzt dabei auf eine patentierte Methode zur Herstellung von biosicherer DNA und enzymatischen Verbrauchsmaterialien. Diese Innovation ermöglicht die industrielle Produktion von DNA-Speichern, die Daten zuverlässig über einen Zeitraum von 50 bis 150 Jahren speichern können – ein Wert im Vergleich zu herkömmlichen Medien. Die Integration erfolgt durch die Einbindung in bestehende Rackserver, wodurch die DNA-Systeme als zusätzliche Speicherstufe fungieren. Die Schlüsseltechnologie hierfür ist der DNA-Schreiber „Shannon“, der von Catalog Technologies übernommen wurde. Dieser soll dank seiner Effizienz und Skalierbarkeit Daten auf DNA mit hoher Geschwindigkeit und minimalen Fehlerraten schreiben. Obwohl konkrete Angaben über Speichergröße sowie Schreib- und Lesegeschwindigkeit fehlen, verdeutlicht Olivier Lauvray, Vizepräsident für Industrialisierung und Partnerschaften bei Biomemory, die ambitionierte Roadmap: Zunächst soll das erste kommerzielle Angebot, eine vollständige End-to-End-Lösung, auf den Markt gebracht werden. Diese wird mit der IT-Rechenzentrumsumgebung kompatibel sein, zunächst jedoch primär im eigenen Rechenzentrum von Biomemory zum Einsatz kommen. Die langfristige Vision ist die Integration in Rechenzentren Dritter, was allerdings durch hohe Komplexitäten und Anpassungsbedarfe geprägt ist und Zeit erfordert. DNA-Speicher stehen wie Glasspeicher im Fokus für eine Langzeitarchivierung, die Daten über Jahrhunderte hinweg sichern soll – ein Bedarf, der weit über die 30 Jahre hinausgeht, die Tape-Systeme wie LTO aktuell abdecken können. Konkurrenz entsteht durch Unternehmen wie Microsoft mit ihrem Project Silica und Cerabyte mit Keramikspeichern auf Glas. Dennoch bleibt Tape gegenwärtig die einzige praktikable Methode für eine Datenspeicherung über mehr als ein Jahrzehnt. Biomemorys Engagement signalisiert jedoch einen Wandel in der Speicherethik, der die Zukunft des digitalen Erbes nachhaltig prägen könnte. Die DNA-basierte Datenarchivierung verspricht nicht nur Langlebigkeit, sondern auch eine umweltfreundlichere Alternative zu traditionellen Speichertechnologien.

Schlagwörter: Biomemory + DNA + Olivier Lauvray

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  • 10. März 2026

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