Der kanadische Softwareanbieter, einst als Corel und zuletzt unter dem Namen Alludo firmierend, steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Das Unternehmen wird in zwei unabhängige Einheiten aufgeteilt. Diese strategische Entscheidung wurde von der Führung getroffen, um beiden Bereichen mehr Autonomie und Fokus auf ihre jeweiligen Kernmärkte zu ermöglichen. Der kanadische Ursprung und die Geschichte des Unternehmens, die bis ins Jahr 1985 zurückreichen, werden mit dem Rückwechsel zum ursprünglichen Namen Corel wieder stärker hervorgehoben. Vector Capital, eine US-amerikanische Investmentfirma aus San Francisco, übernimmt die Bereiche Kreativ- und Produktivsoftware, das Herzstück von Corels Erfolgsgeschichte. Zu diesem Portfolio gehören Produkte wie die CorelDraw Graphics Suite für Vektorgrafik, Painter als professionelles Malprogramm, PaintShop Pro für Bildbearbeitung, VideoStudio zum Videoschnitt, MindManager als Brainstorming-Tool und WinZip zum Komprimieren von Dateien. Diese Produktpalette adressiert eine breite Nutzergruppe, vom Grafikdesigner bis zum Hobbyfotografen, und prägt maßgeblich die Wahrnehmung von Corel in der Softwarebranche. Die zweite Einheit, die bei KKR (Kohlberg Kravis Roberts), einem weiteren US-amerikanischen Investmentfonds mit Sitz in New York, verbleibt, konzentriert sich auf Virtualisierungstechnologien. Parallels, ein Unternehmen, das Corel im Jahr 2018 übernahm, bildet den Kern dieser Sparte. Bekannt ist Parallels vor allem für seine Software, die es ermöglicht, Windows auf Macs auszuführen, sowie für Workspace-Produkte für virtuelle Anwendungen und Desktops. Diese Technologie findet Anwendung in IT-Umgebungen und spielt eine wichtige Rolle in der Cloud-Strategie vieler Unternehmen. Mit dieser Struktur sollen beide Tochterunternehmen unabhängiger operieren und sich stärker ihren jeweiligen Zielgruppen widmen können. Christa Quarles, die CEO von Parallels, behält ihre Position bei, während Prasannaa Ganesan, bisher COO von Corel, das neue Corel-Unternehmen leitet. Die Transaktion wird voraussichtlich im Mai 2026 abgeschlossen sein, abhängig von behördlichen Genehmigungen. Der Kaufpreis wurde nicht öffentlich genannt. Neben der strategischen Ausrichtung und der Fokussierung auf die Kernkompetenzen markieren diese Veränderungen auch einen Abschied vom kurzzeitig getragenen Namen Alludo und eine Rückkehr zu den Wurzeln des Unternehmens. Corel steht somit wieder für sein traditionelles Kerngeschäft und blickt in die Zukunft mit zwei unabhängigen Einheiten, bereit, ihre Expertise in den Bereichen Kreativität und Virtualisierung auszubauen.
Schlagwörter: Corel + Alludo + San Francisco
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