Der März 2026 brachte einen Sturm auf Oracle: Gerüchte über Tausende von Entlassungen aufgrund von Restrukturierungsbemühungen und hohen Kosten, insbesondere für KI-Rechenzentren, brodelten in den Geschäftskreisen. Und wie sich herausstellte, waren diese Gerüchte nicht ganz ohne Grundlage. Ab Dienstag, dem 31. März, setzte das Unternehmen die ominösen Pläne offenbar um. Business Insider meldete, dass die Entlassungswelle bereits begonnen hatte und diverse Regionen sowie Abteilungen betroffen waren. LinkedIn-Posts ehemaliger Mitarbeiter sprachen von Oracle Health, Sales, Cloud, Kundenerfolg und NetSuite – ein buntes Spektrum, das deutlich macht, wie weitreichend diese Veränderung ist. Der genaue Umfang dieser globalen Entlassungen blieb noch im Schleier des Geheimnisvollen gehüllt, doch man munkelte bereits von Zahlen in den Tausenden. Im Mai 2025 hatte Oracle noch stolze 162.000 Angestellte beschäftigt – nun steht eine Zukunft mit deutlich weniger Mitarbeitenden bevor.
Die Kündigungs-E-Mails, die an betroffene Mitarbeiter gingen, sprachen ganz klar von größeren Organisationsumbauten und kündigten die Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit sofortiger Wirkung an. Ein Trost für die Betroffenen: Abfindungen standen den ehemaligen Mitarbeitern nach Unterzeichnung der Unterlagen bevor. Zusätzlich wurde eine private E-Mail-Adresse für die weitere Abwicklung gefordert, während Zugänge zu Computer, E-Mail, Anrufbeantworter und Dateien zeitnah gesperrt werden sollten – ein abruptes Abschiedserlebnis im digitalen Zeitalter.
Die Kursentwicklung von Oracles Aktie spiegelt diese Turbulenzen wider. Nach anfänglichen Höhenflügen durch den Einstieg in das Cloud-Business war der Kurs seit Anfang September 2025 stetig gesunken. Analysten sahen jedoch mit steigender Spannung dem Quartalsergebnis entgegen, denn Oracle hatte die Erwartungen übertroffen – die Cloud-Infrastruktur boomte mit einem Wachstum von 84 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar. Im Gesamtjahresvergleich kletterte der Umsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar, und ein Gewinn von knapp 3,7 Milliarden Dollar im Vorjahr wurde erzielt. Die Aktie reagierte prompt mit einem Aufschwung von über acht Prozent im nachbörslichen Handel – ein Lichtblick inmitten des Umbruchs.
Die Entlassungswelle bei Oracle ist somit eingebettet in ein komplexes Puzzle aus strategischen Entscheidungen, finanziellen Herausforderungen und dem ständigen Wandel der Tech-Landschaft. Eine Zeit des Wandels für das Unternehmen, die Mitarbeiter und die Branche insgesamt.
Schlagwörter: Oracle + Cloud + NetSuite
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