Chinas Chipauftragsfertigung boomt: SMIC auf dem Weg zur Marktspitze

Die chinesische Chipauftragsfertigung erlebt eine Dynamik wie kaum zuvor. Angetrieben von der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und dem damit einhergehenden Bedarf an leistungsstarken Prozessoren erobert China zunehmend Marktanteile. Ein Beleg dafür ist das starke Wachstum von SMIC (Semiconductor Manufacturing International Corporation). Das Unternehmen vermeldet Zuwächse und nähert sich mit seinem Kurs immer mehr dem koreanischen Branchenprimus Samsung Foundry. Während Samsung mit einem Rückgang seines Geschäfts kämpft, verdichtet sich die Konkurrenz um etablierte Fertigungsverfahren, insbesondere aus China. SMIC profitiert dabei maßgeblich von einer strategischen Ausrichtung auf ältere, aber weiterhin wichtige Produktionsprozesse. Dies ermöglicht es ihnen, Kunden zu gewinnen, die trotz fortschrittlicherer Technologien bei Samsung Probleme mit der Ausbeute und Zuverlässigkeit ihrer Chips melden.

Diese Entwicklung spiegelt sich in konkreten Entscheidungen wider, wie dem Wechsel der Mobil-Sparte von Samsung zur Galaxy-S25-Serie von Speicherbausteinen des eigenen Schwesterunternehmens Micron zu Konkurrenzprodukten. Solche Umstellungen verdeutlichen die Verschiebung im Markt und die wachsende Präsenz chinesischer Hersteller. Die Zahlen allein reichen jedoch nicht aus, um dieses Phänomen vollständig abzubilden, da sie Speicherprodukte ausschließen.

Der unangefochtene Marktführer bleibt weiterhin TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company). Mit einem Jahreswachstum von über 30 Prozent und einem Quartalsumsatz von fast 27 Milliarden US-Dollar dominiert das Unternehmen den Sektor. Der Haupttreiber dieser Erfolge sind Nvidias KI-Beschleuniger (GPUs), deren Produktion TSMC übernimmt. Die Marktmacht von TSMC ist enorm: 67 Prozent des gesamten Umsatzes aller Chipauftragsfertiger entfallen allein auf dieses Unternehmen. Insgesamt halten die Top 10 Hersteller, darunter hauptsächlich chinesische und taiwanesische Unternehmen, einen Anteil von 96 Prozent am Gesamtmarkt – ein Indikator für eine starke Konsolidierung der Branche.

Intel Foundry, obwohl mit Kapazitäten ausgestattet, ist laut Trendforce noch nicht Teil der Top 10. Die Marktbeobachter berücksichtigen hier weder den Umsatz von Schwesterunternehmen wie bei Samsung noch von Intel selbst, da die Intel Foundry primär für interne CPUs produziert. Erst ab 2026 soll die Produktion für externe Kunden mit modernsten Verfahren beginnen und somit zu einer möglichen Verschiebung in der Rankingsituation führen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die globale Chipauftragsfertigung in einem dynamischen Wandel steckt. China spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle, während TSMC seine Position als Marktführer weiter festigt und Intel Foundry auf dem Weg zu einer stärkeren Präsenz ist. Die Zukunft des Sektors wird von der Weiterentwicklung der KI, den globalen Lieferketten und den strategischen Entscheidungen der Hauptanbieter geprägt sein.

Schlagwörter: Samsung + TSMC + Intel

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  • 10. März 2025