Die weltweite Nachfrage nach IT-Produkten und -Dienstleistungen im Bereich der generativen KI erlebt einen rasanten Aufschwung. Gemäß Prognosen des Marktforschungsinstituts Gartner wird dieser Sektor im Jahr 2025 ein Volumen von 644 Milliarden US-Dollar erreichen, was einer Steigerung von über 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser exponentielle Anstieg zeigt die zunehmende Integration generativer KI in sämtliche Facetten des IT-Marktes und ihre Transformation zu einem essenziellen Bestandteil sowohl von Geschäftsprozessen als auch von Verbraucherprodukten.
Trotz dieser Entwicklung bedeutet dies nicht automatisch einen massiven Boom an separaten KI-Dienstabonnements. Der Löwenanteil der Ausgaben, nämlich 80 Prozent, wird voraussichtlich auf Hardware entfallen. Hersteller rüsten Server und andere Geräte mit KI-Fähigkeiten aus, was zu einem erheblichen Anstieg der Ausgaben führt. Die Investitionen in KI-fähige Server werden von 135 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr auf geschätzte 180 Milliarden Dollar im Jahr 2025 steigen, was einem Plus von 33 Prozent entspricht. Noch stärkeres Wachstum erwartet Gartner für KI-fähige Endgeräte wie Smartphones und PCs, mit einer Steigerung von nahezu 100 Prozent auf fast 399 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich dazu erscheinen die Ausgaben für Software (rund 37 Milliarden Dollar) und KI-Services (circa 27 Milliarden Dollar) moderater; jedoch weisen beide Segmente ebenfalls ein explosives Wachstum auf, mit respektive circa 54 Prozent und 67 Prozent Steigerung.
Gartner-Analyst John Lovelock sieht in diesem Kontext eine interessante Dynamik für den Einsatz von generativer KI im Unternehmensumfeld. Einerseits beobachtet er sinkende Erwartungen an die Technologie aufgrund hoher Fehlerquoten und unzufriedenstellender Ergebnisse in Proof-of-Concept-Projekten. Dennoch investieren die Anbieter von Basismodellen jährlich Milliardenbeträge, um Größe, Leistung und Zuverlässigkeit von GenAI-Modellen zu verbessern. Diese Gegenbewegung zeigt sich auch im veränderten Verhalten der Unternehmen. Während ambitionierte interne KI-Projekte und Eigenentwicklungen zunehmend auf den Prüfstand gestellt und teilweise sogar verworfen werden, entscheiden sich CIOs vermehrt für kommerzielle Standardlösungen verschiedener Anbieter. Lovelock geht davon aus, dass diese Vorgehensweise eine vorhersehbarere Implementierung und einen größeren Geschäftswert bietet.
Die Zukunft der generativen KI in der IT ist somit geprägt von einem spannenden Wechselspiel zwischen technologischem Fortschritt, gesunkenen Erwartungen und einer Konzentration auf pragmatische, kommerzielle Lösungen im Unternehmenskontext.
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(pz)

