Phishing-Angriffe werden immer raffinierter und nutzen etablierte Plattformen sowie vertraute Marken zur Täuschung von Nutzern. Ein komplexer Fall zeigt, wie Angreifer Googles Infrastruktur ausnutzen, um glaubwürdige E-Mails zu versenden, die Benutzer unter Druck setzen und zum Weitergeben sensibler Daten drängen. Die Täter verschicken diese E-Mails scheinbar vom Postfach „no-reply@google.com“ und tarnen sie als dringende Anfragen zur Aktualisierung von Kontoinformationen. Um die Täuschung zu verstärken, kopieren sie Googles Tools, um realistische Phishing-Websites und -E-Mails zu erstellen. Ziel ist es, Opfer durch Angst und vermeintliche Dringlichkeit zu Datenmissbrauch zu veranlassen. Diese Strategie umgeht gängige Sicherheitsmechanismen. Normalerweise erkennen Verfahren wie DKIM gefälschte E-Mails und markieren sie als ungültig. In diesem Fall manipulieren die Angreifer Googles DKIM-System, indem sie den gesamten Text der Phishing-E-Mail als Namen einer gefälschten Sites-App eingeben. Dadurch wird dieser Text automatisch in eine von Google an die Zieladresse gesendete E-Mail eingebettet. Da DKIM nur Nachricht und Header überprüft, bleibt die gefälschte E-Mail gültig, obwohl sie betrügerisch ist. Ähnlich wie in früheren Fällen mit PayPal wurde hier ein DKIM-Relay-System missbraucht, um legitime Sicherheitsmaßnahmen auszunutzen. Nach dem Zugriff auf eine falsche Seite, die durch vermeintliche Dringlichkeit und Angst vor Kontosperrung getarnt wird, geben Nutzer ihre Daten ein. Ein prominenter Fall zeigt den Sicherheitsforscher Nick May, der selbst Opfer wurde und Google darüber informierte. Zunächst reagierte Google mit der Aussage, dass das Verhalten wie beabsichtigt funktioniere, was auf ein Sicherheitsversagen hindeutete. Nach weiteren Diskussionen zog Google die Aussage zurück und arbeitet an Lösungen, um dieses Sicherheitsleck zu schließen und zukünftige Angriffe über diesen Kanal zu verhindern. Dieser Fall betont die Wichtigkeit kontinuierlicher Sicherheitsüberwachung und -verbesserung, um mit der wachsenden Raffinesse von Phishing-Angriffen Schritt halten zu können.
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