AWS investiert vier Milliarden Dollar in Chiles Cloud-Zukunft: Rechenzentren und generative KI im Fokus

Amazon Web Services (AWS), eine Cloud-Computing-Sparte von Amazon, plant eine umfangreiche Expansion in Chile mit einem Investitionsprogramm im Umfang von vier Milliarden US-Dollar. Ziel ist der Bau der ersten chilenischen Rechenzentren und anderer Cloud-Infrastrukturen, die die steigende Nachfrage nach Rechenleistung, insbesondere im Bereich der generativen KI, bedienen sollen. Juan Pablo Estvez, Südamerika-Direktor von AWS, gab bekannt, dass die neuen Anlagen, die mit einer beachtlichen Rechenkapazität ausgestattet sind, bis Mitte 2026 in Betrieb gehen werden, nachdem alle notwendigen Genehmigungen bereits erteilt worden sind. Dieser Schritt unterstreicht die wachsende Bedeutung von Cloud-Technologien und den zunehmenden Hype um generative KI, der weltweit zu einem erhöhten Bedarf an leistungsfähigen Rechenzentren führt. Gleichzeitig wirft dieser Trend Bedenken hinsichtlich des Energie- und Wasserverbrauchs auf, besonders in einem Land wie Chile, das seit Jahren mit Dürreproblemen kämpft. Diese Sorgen wurden bereits durch den Rückzug von Google im vergangenen Jahr demonstriert, als chilenische Gerichte aufgrund negativer Umweltverträglichkeitsprüfungen die Pläne für ein Datenzentrumsprojekt in Santiago de Chile zurückwiesen und Google gezwungen war, die Planung zu überdenken. Die Bedenken drehten sich insbesondere um den hohen Energie- und Wasserbedarf einer solchen Computerfarm. AWS betont jedoch, dass das geplante Rechenzentrum nur einen minimalen Wasserverbrauch von vier Prozent des Jahres aufweisen wird, was laut Estvez mit dem Verbrauch von acht Haushalten über 15 Jahre vergleichbar ist. Für die Kühlung der Server sollen neben Wasser in den restlichen Monaten des Jahres Luftkühlung und Verdunstungstechnologien eingesetzt werden, ähnlich wie es Google für sein eigenes Projekt plant. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die vollständige Bedeckung des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien seit 2023 bei Amazon. Dieser Schritt trägt maßgeblich zur Reduzierung der Umweltbelastung bei. Die chilenische Expansion stellt nach Brasilien und Mexiko das dritte große Cloud-Infrastrukturprojekt von AWS in Lateinamerika dar. Anfang des vergangenen Jahres wurde auch die milliardenschwere Investition in Mexiko bekanntgegeben, mit Fokus auf einen Infrastruktur-Cluster in Queretaro, um Kunden fortschrittliche Cloud-Technologien zu bieten. Diese strategischen Schritte unterstreichen die zunehmende Dominanz von AWS im globalen Cloud-Markt und die wachsende Bedeutung Lateinamerikas als dynamischer Wirtschaftsraum.

Schlagwörter: AWS + Amazon + Google

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  • 7. Mai 2025