Die Acronis Threat Research Unit (TRU) hat komplexe, neuartige Varianten von Chaos RAT entdeckt, einem ursprünglich als legitimes Open-Source-Tool für Fernadministration entwickelten Programm, das sich nun zu einer Werkzeugschatzkiste für Cyberkriminelle entwickelt hat. Ursprünglich 2022 auf GitHub veröffentlicht, nutzte Chaos RAT Golang und bot eine plattformübergreifende Administration mit minimalem Erkennungsfußabdruck – ein Aspekt, der schnell die Aufmerksamkeit von Bedrohungsakteuren auf sich zog. Die aktuellen 2025er-Versionen zeichnen sich durch signifikante Verbesserungen aus. Die Obfuskationstechniken wurden verfeinert, Tarnfunktionen implementiert, um das Tool unauffällig zu machen, und die Systemkompatibilität erweitert. Obwohl Chaos RAT noch nicht die Verbreitung von Mainstream-Malware erreicht hat, macht seine Fähigkeit, eine dauerhafte Verbindung mit Angriffsservern aufrechtzuerhalten – durch Modifikation von Systemdateien und Cron-Jobs – sowie Updates ohne erneute Infektionen zu ermöglichen, es zu einer ernstzunehmenden Bedrohung. Ein Beispiel verdeutlicht diese Strategie: Die Verschlüsselung von Konfigurationsdetails wie IP-Adressen und Ports in base64-kodierten Strings statt im Klartext in früheren Versionen macht Analyse und Reverse Engineering deutlich komplexer. Diese Entwicklung unterstreicht den Wandel von Chaos RAT von einem Open-Source-Tool zu einer raffinierten Cyberbedrohung. Ein Fallbeispiel aus Indien zeigt, wie eine Archivdatei mit dem Namen NetworkAnalyzer.tar.gz, getarnt als Linux-Netzwerkdiagnosetool, über Phishing-Mails oder kompromittierte Webseiten verbreitet wurde, um die Nutzlast Chaos RAT einzuschleusen. Besonders alarmierend ist zudem eine Sicherheitslücke, die in der Architektur von Chaos RAT entdeckt wurde: Eine Schwachstelle, die es potenziell ermöglicht, dass Angreifer durch Kontrolle anderer böswilliger Akteure Zugriff auf Systeme erlangen können. Obwohl keine direkte Schädigung der Opfergeräte erfolgt, deutet dies auf fragwürdige Entwurfsmethoden innerhalb einiger Open-Source-Tools hin und erfordert dringend Behebung. Die TRU betont damit die Notwendigkeit, sowohl den technischen Aspekt als auch die Sicherheitsarchitektur von Open-Source-Software ständig zu überwachen und zu verbessern, um sie vor Missbrauch durch Cyberkriminelle zu schützen.
Schlagwörter: Chaos RAT Golang + TRU + Threat
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