Das Forschungszentrum Jülich hat mit dem Supercomputer Jupiter einen neuen Meilenstein in der europäischen High-Performance-Computing (HPC)-Szene gesetzt und etabliert sich damit erneut als Vorreiter auf diesem Gebiet. Der neue Champion löst sowohl den italienischen HPC6 als auch den US-amerikanischen Superrechner Eagle, der auf Nvidia-Technologie setzt, als schnellstes System in Europa und mit Nvidia-Technik weltweit ab. Jupiters Leistung ist jedoch noch nicht vollständig ausgereizt, da die Booster-Komponente, ein wesentlicher Bestandteil für Exaflops-Leistung, noch nicht in voller Kapazität arbeitet. Dadurch verpasst der Supercomputer knapp die begehrte Exaflops-Marke. Trotzdem positioniert sich Jupiter bereits mit 793,4 Petaflops Leistung in der 65. Top500-Liste auf Rang 4, direkt hinter den etablierten Spitzenreitern El Capitan, Frontier und Aurora, deren Positionierung im Ranking unverändert bleibt. Diese beachtliche Leistung entspricht nahezu einer 18-fachen Geschwindigkeit im Vergleich zu seinem Vorgänger Juwels, der mit 44,12 Petaflops arbeitete. Die Leistungsmessung erfolgt wie üblich anhand des High-Performance-Linpack-Benchmarks in doppeltgenauer Gleitkommaarithmetik (FP64), der hauptsächlich aus Matrizenmultiplikationen besteht. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Top500-Liste nicht vollständig repräsentativ ist, da prominente Hyperscaler wie Amazon, Google, Microsoft und Meta sowie China ihre Supercomputer nicht zur Bewertung einreichen.
Die Leistung von Jupiter Booster entsteht durch eine Kombination aus einem klassischen Supercomputer-Teil namens Jupiter Cluster und dem Beschleuniger-Teil Booster. Bereits im November 2024 demonstrierte das Jupiter Exascale Transition Instrument (JETI), eine kleinere Teilinstallation des Jupiter Booster, eine Leistungsstärke, die seinen Vorgänger Juwels um mehr als das Doppelte übertrifft. Im vollständigen Betrieb wird JETI eine signifikante Rolle bei der Erreichung von Exaflops-Leistung spielen. Darüber hinaus ist Jupiter mit einem 21 Petabyte umfassenden Massenspeicher ausgestattet, der auf 40 IBM Elastic Storage Server 3500 mit NVMe-SSDs basiert. Diese Kombination ermöglicht extrem hohe Datenübertragungsraten: bis zu 4 TByte/s beim Lesen und 3 TByte/s beim Schreiben. Damit ist Jupiter bestens gerüstet, um komplexe wissenschaftliche Aufgaben in Bereichen wie Materialforschung, Klimamodellierung und Genomik effizient zu bewältigen. Die vollständige Inbetriebnahme des Systems ist für Ende 2024 geplant, was die europäische HPC-Landschaft nachhaltig prägen wird.
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